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Wolfgang Rihm

Fr 2. September 2011 | 20:00
Sa 3. September 2011 | 20:00
So 4. September 2011 | 11:00
Fr 9. September 2011 | 20:00
Sa 10. September 2011 | 19:00 und So 11. September 2011 | 11:00
So 11. September 2011 | 20:00
Di 13. September 2011 | 20:00

In über 40 Jahren schöpferischer Tätigkeit hat der 1952 in Karlsruhe geborene Wolfgang Rihm ein Œuvre geschaffen, das an die 350 veröffentlichte Werke umfasst. Die kompositorische Begabung Wolfgang Rihms wurde schon während der Schulzeit manifest. Prägenden Einfluss auf den jungen Musiker hatte später der Unterricht bei Karlheinz Stockhausen, dessen unbedingte Konzentration und Hingabe an das eigene Schaffen Rihm nachhaltig beeindruckten. 1976 setzte dann Rihms eigentliche Karriere als Komponist mit der Uraufführung des Orchesterstücks Sub-Kontur ein. Dieses Werk beginnt mit einer sehr entschiedenen Geste, einem Hammerschlag äußerster Schallstärke. Es ist die Geste eines Komponisten, der sich über alle Konventionen hinwegsetzt und unbedingt auf den Ausdruck in der Musik zielt. Zwei Jahre später machte die Uraufführung der Kammeroper Jakob Lenz an der Hamburgischen Staatsoper, die alsbald an anderen Bühnen nachgespielt wurde, den jungen Komponisten schließlich einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Seitdem ist Wolfgang Rihm einer der angesehensten und am häufigsten aufgeführten Komponisten unserer Zeit. In jüngster Vergangenheit hat vor allem die Uraufführung seiner Nietzsche-Oper Dionysos im Rahmen der Salzburger Festspiele im letzten Sommer weithin Beachtung gefunden.

Wenn man einen Schlüsselbegriff für das Schaffen Wolfgang Rihms benennen möchte, ist das die künstlerische Freiheit. Denn Rihm ist allen Kompositionsstrategien gegenüber, die seiner klanglichen Imagination Fesseln anlegen würden, zutiefst skeptisch und vertraut stattdessen seinem Ausdrucksimpuls. Sein Schaffen zeichnet sich durch eine expressive Kraft aus. Künstlerische Freiheit charakterisiert auch Rihms Umgang mit den musikalischen Mitteln. Etiketten wie tonal, atonal, avantgardistisch und traditionalistisch passen nicht auf sein Schaffen. Es zeichnet sich durch eine außerordentliche Fähigkeit zur plastischen Gestaltung musikalischer Vorgänge aus.

Dominierten in seinem Schaffen anfangs Wildheit und eine fragmentarische Gestaltungsweise, so eroberte Rihm sich später eine ganz eigene lyrische Kantabilität und ein besonderes, weite Verläufe tragendes musikalisches Fließen. Inspiration erhielt er dabei in vielfacher Weise von der Literatur, und hier insbesondere vom Surrealismus, etwa dem Theater Antonin Artauds, und von der bildenden Kunst. Häufig haben ihn abstrakte bildnerische Vorstellungen beim Komponieren geleitet und wenn er über Musik spricht, bedient sich Wolfgang Rihm oft eines aus der bildenden Kunst stammenden Vokabulars. Eine Reihe von Werken hat er analog zur Übermalung eines Gemäldes mehrfach überarbeitet und in jeweils neue, für sich stehende Zustände versetzt.

Wolfgang Rihm ist ein eminent reflektierter und theoriebewusster Künstler, der aus einer profunden Kenntnis der Tradition und der Entwicklungen der Musik der Gegenwart heraus schafft. Mehrere Bände Schriften und Gespräche sind erschienen, die beredt, originell und erhellend von der Musik anderer Komponisten und künstlerischen Fragen handeln, wobei er sich auch mit Künstlern wie Sibelius oder Pfitzner auseinandersetzt, die für viele seiner Kollegen kein Thema darstellen. Gegen das erklärende Sprechen und Schreiben über die eigenen Kompositionen hat Rihm dagegen einen Widerwillen. Seine Musik soll für sich selbst stehen.

Seit 1985 lehrt Wolfgang Rihm Komposition an der Musikhochschule Karlsruhe. Zu seinen prominentesten Schülern zählen Rebecca Saunders, Márton Illés und Jörg Widmann. Trotz all seiner Verpflichtungen arbeitet Wolfgang Rihm in einer Reihe bedeutsamer Gremien des Musiklebens mit. Für sein Wirken hat der Komponist zahlreiche Ehrungen und Preise erhalten.

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