| aktuelle Website | Impressum | Sitemap | mobil     || English
| Home | MaerzMusik | Programm | Filme
| Programm
| Filme
Öffnet die Druckansicht in einem neuen Fenster
TONSPUREN | FILME HÖREN

Drawing Restraint 9 (2005)

Film von Matthew Barney
Musik von Björk / Mark Bell
Ton von Dave Paterson

In Kooperation mit Babylon

Nach Dancer in the Dark wollte Björk eigentlich in keinem Film mehr mitspielen. Jedoch fünf Jahre später stand sie wieder für und mit Matthew Barney vor der Kamera.
Drawing Restraint 9 ist einerseits die Weiterführung eines von Barney Ende der 1980er Jahre begonnen „Zeichenzyklus“, andererseits markiert dieser Film als Kunstwerk, in dem mit Barney und Björk eines der exaltiertesten Künstlerpaare der Welt seine Flitterwochen feiert, auch einen Neuanfang. Drawing Restraint 9 ist eine Auftragsarbeit für das 21st Century Museum for Contemporary Art in Kanazawa, Japan. Die Auseinandersetzung mit der japanischen Kultur stand im Mittelpunkt.
In einem Ritual werden zwei Steine von einer Frau kunstvoll verpackt. Dann tanzen kostümierte Japaner in einer Parade durch eine Fabrikanlage und ein seltsam geschmückter Tanker transportiert Petroleum zu einem Walfangschiff. Auf diesem Schiff landen, zu einer ehelichen Teezeremonie eingeladen, auch Barney und Björk. Während beide sich darauf vorbereiten, spielen sich bizarre Szenen ab – die Matrosen verzehren dekorativ zugeschnittenes Walfleisch, Taucherinnen ziehen ein Fossil aus dem Wasser, symbolisch wird ein Wal erlegt. Björk badet in einem Bassin voller schwimmender Orangen, Barney wird rasiert, schläft dann. Die „Skulptur“ auf Deck geht ihrer Vollendung entgegen, und das Paar beginnt ein zärtlich-brutales Verstümmelungs- und Verwandlungsritual, an dessen Ende sie verschmelzen.
Drawing Restraint 9 – das sind Bilder, Klänge und Musik. Björks Soundtrack schlägt eine Brücke zwischen ihrer eigenen Musik, ihrem Gesangsstil und der traditionellen japanischen Musik und dem Einsatz traditioneller japanischer Instrumente. Es entstehen einmalige, stimmungsvolle Momente, in gewisser Weise in einem krassen Gegensatz zu den direkten, recht spröden oder auch nur realistischen Gestaltungselementen Barneys stehen. Faszinierend Karg ist die Tonspur über weite Strecken – Möwengeschrei, das Knattern der Tauwinde, das Brausen des Windes.