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Workshop-Programm

Hinweis: Diese Workshops sind nicht öffentlich, sie wenden sich an die Teilnehmer des Theatertreffens der Jugend.
Jeder Teilnehmer belegt einen Workshop über den gesamten Zeitraum. Gegen Ende des Festival findet eine nicht öffentliche Präsentation der einzelnen Workshops statt.

Workshop I: Schau-Spiel-Platz

Leitung Judica Albrecht

Lasst uns ein Stadtpanorama entwerfen. Einen Schau-Spiel-Platz. Ein Ort an dem ihr das Alltägliche und das Besondere spielt. Alle treten einzeln auf, z.B. der Skater, der Straßenmusikant, die Polizistin, die Schönheit, die alte Frau, der Geschäftsmann. Sie begegnen einander, helfen sich gegenseitig, behindern sich, schließen sich zu Gruppen zusammen und lösen sich wieder auf. Ein Versuch ohne Worte - Geräusche und Musik ergeben sich aus dem Spiel.

Judica Albrecht, Gründungsmitglied des Jungen Theaters Bremen, eines freien Theaterensembles mit eigener Spielstätte 1992, seit 1996 lebt und arbeitet sie als freie Schauspielerin in Berlin unter anderem mit der Gruppe Lubricat, Christiane Pohle und Hans-Werner Kroesinger in den Sophiensaelen und dem HAU. Gastspiele in diversen Theatern wie dem Staatsschauspiel Dresden, Thalia Theater Hamburg, Theaterhaus Jena, Dampfzentrale Bern. Eigene Stückentwicklungen mit Friederike Füllgrabe und der Tänzerin Anja Hempel in der fabrik potsdam, der Tanzfabrik Berlin und dem Haus im Park, Bremen. In der Spielzeit 2005/2006 Engagement am theater aachen. Leiterin des dortigen Jugendclubs U21. Ab August 2009 Leiterin der Jugendgruppe in den Sophiensaelen Berlin.

Workshop II: WortSpiele – Ein lyrisch-dramatisches Experiment

Leitung Katharina Bauer und Barbara T. Pohle

Ein ‚kleines Gedicht‘ und ‚die große Bühne‘, der poetische Moment und die dramatische Inszenierung – das scheint auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen. Aber ist nicht gerade die Lyrik auch eine Form, die auf das gesprochene Wort setzt und im Vortrag ihre Wirkung entfaltet? Lassen sich Gedichte über den reinen Vortrag hinaus in Bühnen-Bilder und in Körper-Sprache umsetzen? Was passiert, wenn man szenische Texte in Gedichte übersetzt, also verdichtet, und diese Verdichtung dann wieder in Szene setzt und als Schauspiel entfaltet?

Wir wollen Worte, Sätze, Fragmente der ausgewählten Theaterstücke ‚zusammenschneiden‘ und daraus Gedichte entwickeln, in gemeinsamen Variationen und Improvisationen, im geschriebenen, gesprochenen und im gespielten Wort. Am Anfang steht ein Satz – die Worte tauschen ihre Plätze, verändern sich, ein Wort ergibt das andere, ein Gedicht entsteht. Wie macht man Poesie und wie macht man Poesie auf der Bühne lebendig?
Die Workshop-Teilnehmer sind eingeladen zu einem lyrisch-dramatischen Experiment!

Katharina Bauer, 1982 in Dortmund geboren. Master of Arts der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und Philosophie. Arbeitet zurzeit an einer Promotion über das Thema „Einander zu erkennen geben“ in der französischen Gegenwartsphilosophie. Lyrikerin. Mehrfache Teilnahme am Treffen Junger Autoren und am Deutsch-Polnischen Treffen Junger Autoren. 1998 Preisträgerin des Jugendliteraturwettbewerbs NRW; 2000 Preis der Regensburger Schriftstellergruppe International (RSGi); 2002 Preis der jungen Literatur Dortmund. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien

Barbara T. Pohle, geboren 1946; Studium der Ethnologie und Religionswissenschaft; Initiatorin und Mitbegründerin mehrer Frauenkulturprojekte; Herausgeberin, Lektorin, Projektberaterin und Jurorin für Jugendliteratur- und Jugendtheaterwettbewerbe, schreibt und arbeitet interdisziplinär mit Maler/innen und Musiker/innen.



Workshop III: Dramaturgie

Leitung Ole Georg Graf

„Dramaturgie ist ein System von Regeln gegen die permanente Bereitschaft eines Publikums, sich zu langweilen.“
Wolfgang Kohlhaase

In dem Workshop stellen wir uns Fragen wie: Was ist eigentlich eine gute Geschichte? Und wie können wir sie auch erzählen? Worum geht es überhaupt? Etwa um alles? Um etwas oder uns? Um welchen Teil der Welt? Wir analysieren ein Stück, Texte aller Art, den Paten I und erkunden Lesarten, aus denen sich eine Inszenierung oder ein Projekt entwickeln. Als Vorbedingung gilt das Credo, sich beim Denken und Nachforschen nicht selber zu langweilen.

Ole Georg Graf 2003–2009 arbeit als freier Dramaturg und Regisseur im In- und Ausland, am Stadt- und Landestheater, und in der freien Szene. 2004–2007 auch Lehrbeauftragter am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Seit der Spielzeit ist er 2009/2010 Dramaturg am Theater Basel.




Workshop IV: Spielplatz Berlin – Prenzlauer Allee

Leitung Juliane Schwerdtner

Viele Gesichter hat sie, die Prenzlauer Allee. Sie machen den speziellen Geist dieser Strasse im Weltdorf Berlin aus. In unserem Workshop versuchen wir diesen Geist einzufangen. Wir werden uns auf verschiedenen Ebenen theatraler Recherche dem Spielplatz Prenzlauer Berg annähern, arbeiten sowohl sprachlich als auch körperlich. Wir starten Expeditionen, gehen Menschen der Prenzlauer Allee beobachten und geben ihnen Geschichten. Anschliessend suchen wir für diese Geschichten choreographierte Bilder, setzen sie in körperliche Aktionen um: Wie kann man beispielsweise Beziehungen nur über die Füsse darstellen? Wie kann man eine Liebesgeschichte in Bewegungen umsetzen? Wie choreographiert man Business?
Wer an diesem Workshop teilnehmen möchte, muss nicht tanzen können – er/sie sollte sich aber gern bewegen und auch den Mut haben, Geschichten zu Papier zu bringen.

Juliane Schwerdtner, geboren 1974, seit 2002 freischaffende Regisseurin und Theaterpädagogin in Basel. Studium Theaterwissenschaft an der FU Berlin. Schauspielerin in der freien Gruppe UNDTSCHÜSS und an den Freien Kammerspielen Magdeburg. Übersetzerin für den Theaterstückverlag Korn-Wimmer. Theaterpädagogin und Dramaturgin beim Od-theater in Basel. Freie Mitarbeiterin bei vitamin.t am Theater Basel. Leiterin diverser Workshops mit Jugendlichen und Erwachsenen. In Basel und Umgebung zahlreiche Inszenierungen an Schulen. Inszenierung für das Theaterfestival Secondo in Zürich (Katja Fusek Der Kurzschluss). Gründerin von EVIL-Productions, erste Inszenierung für Treibstoff 07 – Theatertage Basel EVIL – Das Böse von Jan Guillou, Folgeproduktion 2009 Recht-so? Ein ungerechter Abend. – Ein Abend zum Thema Gerechtigkeit.

Workshop V: Physisches Theater – Bewegen, Tanzen, Schauspielen und MEHR?!

Leitung Sarah Speiser, Co-Leitung Mukdanin Daniel

Wir werden in der Gruppe improvisieren und choreographieren. Aus Euren dialogischen Momenten mit und ohne Sprache werden (un)bewusst Geschichten und Figuren entstehen. Vom „vor’m Spiegel abspacken“ bis zum „Schwanensee“, vom „anmutigen, graziösen Voguing a lá Top Model“ bis zum „Headbang auf Rammstein“, von „Moulin Rouge“ bis „SAW“ alles ist erlaubt, keine Grenzen sind gesetzt, no holds barred. Mit besonderem Augenmerk auf den Körper werden wir dem Spiel auf der Bühne begegnen. In unserer Arbeit werden wir uns mit der eigenen Körper-Phantasie, Spiel-Lust und Energie, sowie mit Interaktion, Spannung und Kontrasten auseinander setzen. Mit Neugierde gehen wir auf die Suche nach Formen und Bewegungsqualitäten. Wir bieten dem Alltäglichen mit Konflikt und Kampf die Stirn, indem wir mit Freude, Freiheit und Faszination in den Moment treten – take the first step......to challenge the impossible.

Sarah Speiser, geboren 1987 in Basel, kam schon früh durch die Arbeit ihrer Mutter als Theaterpädagogin mit der Schauspielerei in Berührung. Bei ihr spielte sie seit ihrem 11. Lebensjahr in diversen Kinder- und Jugendtheaterkursen. Sie besuchte die Fachmaturitätschule im Bereich Theater, Musik und Tanz in Basel und absolvierte anschließend ein Praktikum bei Martin Frank am Theater Basel. Dort spielte u.a. in Produktionen The Killer in me is the Killer in you my love (Regie: Martin Frank) und Hexenjagd (Florentine Klepper) sowie Next Level Parzival (Regie: Sebastian Nueblin) und Zwischenjahr (Markus Gerber) im jungen theater basel. Durch die Arbeit an eigenen Projekten und das Mitwirken in Tanzjugendclubs begann sie sich für das Choreografieren zu begeistern. Ihre Spielfreude und Lust an Bewegung führte sie an die renommierte Folkwang Universität in Essen, an der sie seit April 2009 im Studiengang Physical Theatre studiert.

Mukdanin Daniel Phongpachith, geboren 1988 in Waldbröl, erhielt die Basis seiner Bewegungskunst aus dem Taekwondo, einer Kampfkunst aus Korea. Die Ausbildung begann in einem Alter von 5 Jahren bei seinem Vater, der bis heute sein Trainer ist. Nach vielen Wettkämpfen in verschiedenen Disziplinen wuchs das Interesse für unterschiedliche Bewegungsqualitäten. Sein erstes Bühnen-Solo in Taekwondo-Demonstrationen hatte er mit 8 Jahren. Akrobatisches Training und der so genannte Soft-Style stehen im Vordergrund. Er wurde 2000 in der Disziplin "Showkampf" Europameister und 2005 Mitglied des Taekwondo Demonstration Team Taepoong (Taifun), dem führenden Europameisterteam. 2007 wurde er Weltmeister in der Disziplin „Musical Pattern“. 2008 spielte er im Schau-Spiel-Studio Oberwiehl im Stück Geiz-Abba-Geil und war Regieassistent im Stück Die Regentrude. 2008–2009 spielte er in der Performance Seitenschlagen im Rahmen eines Theater Total Projektes in Bochum. Seit 2009 ist er Student des Studiengangs „Physical Theatre“, an der Folkwang Universität in Essen.

Workshop VI: Blablabla. – Dialoge für das Theater erfinden

Leitung Laura de Weck

Wir sprechen den ganzen Tag. Einige sprechen mehr, andere weniger. Wir sprechen, um etwas zu sagen. Wir sprechen aber auch, obwohl wir nichts zu sagen haben. Wir sagen Dinge einfach nur, um nett zu sein. Oder um uns zu informieren, oder aus Angst, aus Sorge, Lust. Blablabla.
In diesem Workshop erfinden wir Figuren, die Dialoge sprechen. Diese Figuren werdet ihr selbst spielen. Und im Spiel wollen wir herausfinden, was und wie und weshalb und wann eine Figur was sagt, um zu ihrem persönlichen Ziel zu gelangen: Warum sag ich dies und verheimliche lieber das? Was spreche ich als nächstes an?
Durch die Dialoge eurer Figuren werden Beziehungen geknüpft, Konflikte geschürt und wird eine Geschichte erfunden: wenn wir Glück haben sogar ein ganzes Theaterstück.

Laura de Weck geboren 1981, ist in Paris, Hamburg und Zürich aufgewachsen. Nach der Matura absolvierte sie den Studiengang Schauspiel an der Hochschule der Künste Zürich und arbeitet seit 2005 als Schauspielerin und als Theaterautorin. Unter anderem war sie von 2007-2009 Ensemblemitglied am Jungen Schauspielhaus Hamburg. Als Autorin erhielt Laura de Weck mehrere Förderungen und Einladungen u.a. der Werkstatttage des Burgtheaters in Wien und der Mülheimer Theatertage sowie Stipendien vom Literarischen Colloquium in Berlin und ein Werkbeitrag der Pro Helvetia. Ihr erstes Stück Lieblingsmenschen wurde 2007 am Theater Basel unter der Regie von Werner Düggelin uraufgeführt. Die Uraufführung von SumSum fand 2008 in Chur statt. Beide Stücke sind beim Diogenes-Verlag erschienen und werden an zahlreichen Schauspielhäusern und in verschiedensten Ländern nachgespielt.

Workshop VII: Das Sohlenmaterial der Darstellerinnenschuhe - Über Wirkungen und Möglichkeiten von Klang im Theater

Leitung Knut Jensen

Im Workshop beschäftigen wir uns mit den Wirkungen von Klängen im Theater. Neben der Musik als einer sehr verbreiteten Möglichkeit z.B. Emotionen zu verstärken oder hervorzurufen, sollen auch weniger bekannte Mittel untersucht werden. Geräusche, medial eingespielt oder live erzeugt, die Raumakustik, technische Verfremdungen sind weitere Elemente mit denen wir uns beschäftigen werden. Und natürlich das Sohlenmaterial der Hauptdarstellerinnenschuhe bzw. deren klanglichen Konsequenzen.

Fragen die uns bei dieser Beschäftigung begleiten werden sind u.a.:

  • Was Unterscheidet das Sehen vom Hören - und was sind die Konsequenzen daraus?
  • Wie kann ich Musik im Probenprozess verwenden?
  • Welche tontechnischen Mittel sind einfach und wirkungsvoll einzusetzen?
  • Ist „über Musik reden“ wirklich so absurd wie „über Architektur tanzen“? (oder wäre das vielleicht nicht ein ganz interessanter Tanz?)
  • Und dann ist natürlich auch Zeit für eure Fragen und Besprechungen der bis dahin gesehenen Vorstellungen aus klanglicher Perspektive.

Knut Jensen ist Komponist, Sounddesigner und Interpret. Schon während seines Klassischen Musikstudiums begann er am Theater Basel als Tontechniker zu jobben. Dort betreute er Inszenierungen von Regisseuren wie Christoph Marthaler, Jossi Wieler und Frank Castorf. Später konnte er seine vielfältigen musikalischen und technischen Interessen in den verschiedensten Zusammenhängen anbringen. Als Musiker (Gitarre und Elektronik) im Avantgarde-Pop Duo Knut & Silvy, als Komponist und Sounddesigner für Film, TV und Video von Kunst bis Großindustrie. Er war verantwortlich für das gesamte Sounddesign im Mercedes-Benz Museum Stuttgart sowie weiteren Ausstellungen und Museen und er berät Firmen und Institutionen in Fragen akustischer Konzeptionen. Knut Jensen war bis Sommer 2008 Professor für Audiovisuelle Gestaltung, Studiengang Musik und Medienkunst, an der Hochschule der Künste in Bern. Seine letzten Theatermusiken realisierte er am Deutschen Theater Berlin, Schauspiel Frankfurt und am Schauspielhaus Hamburg.
www.knutjensen-sounddesign.com

nach dem offiziellen Workshop-Programm folgt die

Lückenanalyse – oder mind the gap!

Leitung Ina Driemel

Aufführungen, Theaterworkshops, Diskussionen, leckeres Essen, Gespräche, Fassbrause …

Das Ende der Theaterworkshops stellt für so manche Festivalteilnehmer/innen und eine erhebliche Lücke dar. Was tun mit und in der Lücke, wenn noch soviel Theater im Kopf? Der Workshop Lückenanalyse beschäftigt sich mit dieser und mit manch anderer Lücke, die im Festival lauert. Mit Hilfe des Managementinstruments – der Lückenanalyse – gehen wir strategisch vor:

  • Ausgehend von der Zieldefinition (Soll) wird eine Feststellung über die aktuelle Situation (Ist) gemacht
  • Prognose, wohin die aktuelle (Ist) Situation führt, wenn keine weiteren Schritte eingeleitet werden
  • Erarbeitung von Maßnahmen zur Schließung von Lücken

Der Workshop lädt all diejenigen ein, die keine Ahnung von Management, aber Lust und Neugier auf zwei weitere Tage Theater im Workshopformat haben und sich im Rahmen einer strategisch-spielerischen Arbeitsweise dem Schließen von Lückenmomenten widmen wollen. Die Möglichkeit einer Präsentation bieten die Lückenmomente selbst, denn zwischen Aufführung und Party werden die Bretter, die die Welt bedeuten, ab- und umgebaut. Alle befinden sich in Warteposition. Warten auf die ersten musikalischen Klänge. Warten auf den Abschied in getanzter Form. Ein Lückenmoment. Also, mind the gap!

Ina Driemel geboren 1981, Studium der Sozialen Arbeit mit Praxisschwerpunkt Ästhetik und Kommunikation/Kultur- und Medienarbeit an der Hochschule Neubrandenburg und Studium der Theaterpädagogik an der Universität der Künste Berlin. Seit 2004 Assistenzen im Bereich Produktion und Regie (u.a. Aufbruch, Berliner Festspiele, National Theatre Wales, Mobile Akademie Berlin); seit 2006 eigene Theaterproduktionen, ästhetische Projekte und Workshops mit Kindern und Jugendlichen. 2006 Mitgründung der Initiative Freispiel, Theaterprojekte mit jugendlichen Strafgefangenen. 2008–2009 Stipendiatin am Thalia Theater Halle (Regiearbeit: Wonach wir suchen). 2009 ausgewählt bei den 15. Neubrandenburger Amateurtheatertagen; zurzeit tätig als freischaffende Theaterpädagogin mit Wohnsitz in Berlin.

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