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Der Weibsteufel

Burgtheater, Wien
von Karl Schönherr

Regie Martin Kušej
Bühne Martin Zehetgruber
Kostüme Heide Kastler
Musik Bert Wrede
Licht Felix Dreyer
Dramaturgie Sebastian Huber

Werner Wölbern Der Mann
Birgit Minichmayr Sein Weib
Nicholas Ofczarek Ein junger Grenzjäger

Premiere 12. September 2008
Akademietheater, Wien
Dauer 1h 30, keine Pause

Sendung in 3sat: Sa 9. Mai 20:15

Publikumsgespräch
Fr 15. Mai 22:00
Moderation Birgit Lengers

Der Regisseur Martin Kušej hat schon einmal mit „Glaube und Heimat“ gezeigt, wie man die Stücke des einst viel gespielten, nah an Blut und Boden angesiedelten Tirolers Karl Schönherr inszeniert: kalt-expressiv, un-tümelnd, in einem starken Bild. „Der Weibsteufel“ von 1914 erzählt eine einfache Geschichte: Ein junges Paar lebt in einer grenznahen Hütte in den Bergen, dealt mit Schmuggelgut, plant ein Haus im Tal, nur ein Kind stellt sich nicht ein. Ein Grenzjäger schleicht ums Haus, der Mann will, dass die Frau ihn ablenkt. Die Frau fängt Feuer, stellt sich mit dem feschen Neuen ein Leben und ein Kind vor. Als der einen Rückzieher macht, hetzt die Enttäuschte die Männer gegeneinander auf. Am Ende liegt der Mann erstochen, der Grenzjäger kommt vor Gericht, und die Frau wird sich den Reichtum sichern. Eine Installation aus mächtigen, ineinander verkeilten Baumstämmen ist alles, was Martin Zehetgruber den Spielern Birgit Minichmayr, Werner Wölbern und Nicholas Ofczarek gebaut hat. Kletternd, balancierend, dabei das Kunst-Tirolerisch wie auf dem Tablett servierend, vollziehen die drei das Ritual von Lauern, Balzen, Lieben und Hassen. Und dank der fabelhaften Birgit Minichmayr gibt dieser „Weibsteufel“ gar eine Emanzipationsgeschichte frei.