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Stückemarkt V

Sergej Medwedew (Rostow am Don, Russland)
Parikmacherscha – Die Friseuse
Aus dem Russischen von Elina Finkel

Szenische Einrichtung · Florian Fiedler
Dramaturgie · Volker Bürger
Es lesen · Sebastian Blomberg, Markus John, Birgit Minichmayr, Erika Rabau, Andreas Pietschmann, Jeanette Spassova und Ernst Stötzner

Irina, zwischen 30 und 40, ist „Die Friseuse“ in Sergej Medwedews Stück. Mit ihrer Freundin Tatjana zusammen betreibt sie den kleinen Friseursalon namens „Frühling“ irgendwo in der russischen Provinz. Sie träumt vom einfachen Familienglück mit Ehemann und Kindern.
So vielen regelmäßig wiederkehrenden Verehrern sie auch in ihrem Friseursalon die Köpfe kahlrasiert, so wenig Glück winkt ihr in der Liebe. Eine Ehe hat sie schon hinter sich, mit einem durchgeknallten „Künstler“; jetzt träumt sie von einer zweiten, mit einem noch inhaftierten Frauenmörder. Der verspricht ihr in seinen Sehnsuchtsbriefen die Erfüllung ihrer Träume: die große Liebe, eine Familie und ein neues Leben in Moskau. Weder der eine noch der andere Traum wird in Erfüllung gehen – und nach Moskau werden die beiden schon gar nicht reisen. Er wird zu ihr in den Salon „Frühling“ kommen, sie schwängern, ihr Geld stehlen, mit einen Hammer auf ihren Kopf schlagen und sie schließlich bei lebendigem Leibe anzünden. Sie wird überleben und ihn weiterhin lieben.
Kein Mensch kann eigentlich so blind und naiv sein, wie es Irina ist. Das Sprache gewordene hässlichste denkbare Klischee einer Friseuse also? Der Text Medwedews jedoch – teilweise aus der Sicht Irinas geschrieben – ist liebevoll und herzergreifend und steckt voller Situationskomik. Die Komik wird zum Horror, der Horror zum Witz, und alles zusammen wirkt ansteckend illusionistisch.
Iris Laufenberg

Sergej Medwedew wurde 1960 in Rostow am Don (Russland) geboren. Er studierte Physik an der dortigen Universität und in Moskau und war danach als Ingenieur beim Militär tätig. Seit 1995 arbeitet er als Journalist für verschiedene Zeitungen und ist Texter für die Rockbands 12 Volts und NET. Von 2003 bis 2007 war er Chefherausgeber einer regionalen Tageszeitung. Daneben ist er für verschiedene Verlage tätig. Seit 2006 schreibt Sergej Medwedew Theaterstücke, u.a. „Die Unglücklichen“ oder „Vier Geschichten über die Liebe“. Mit „Die Friseuse“ belegte er 2007 bei den Festivals Eurasia und New Drama in Moskau den 2. Platz. „Die Friseuse“ wird soeben am Teatr Praktika in Moskau inszeniert und wurde im Magazin Urals veröffentlicht. Sergej Medwedew lebt in Rostow am Don.