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Luigi Nono

Mittwoch 21. März 19.00 Uhr
Mittwoch 21. März 21.30 Uhr

Luigi Nono wurde 1924 in Venedig geboren. Seine Ausbildung zum Komponisten begleiteten zunächst die Komponisten Gian Francesco Malipiero und Bruno Maderna. In das Jahr 1948 fällt die Bekanntschaft mit Hermann Scherchen, der für ihn sowohl in musikalischer als auch in politischer Hinsicht besonders wichtig wurde. Durch Scherchen kam Nono 1952 zum ersten Mal nach Darmstadt, wo eine heftig diskutierte Aufführung seiner Variazioni canoniche sulla serie dell' op. 41 di Schönberg stattfand. Bis 1961 bleibt Nono Darmstadt verbunden, zunächst noch als Studierender, dann als Lehrender. 1952 ist er bereits Mitglied der Italienischen Kommunistischen Partei. 1954 lernte er bei einer konzertanten Aufführung von Schönbergs Oper Moses und Aron in Hamburg dessen Tochter Nuria kennen, die er ein Jahr darauf heiratete. Die Uraufführung der Kantate Il canto sospeso 1956 in Köln unter Scherchen brachte ihm den europäischen Durchbruch. Und 1961 formulierte er in seiner „azione scenica“ Intolleranza eine neuartige und wegweisende musikdramatische Konzeption, in der Bühnenbild, Bildprojektion, Musik und Raum eine komplexe Verbindung eingingen. Die 60er und 70er Jahre waren von politischem Engagement gekennzeichnet. Nono griff in die kulturpolitische Diskussion der Linken ein, diskutierte mit der Kommunistischen Partei Italiens, mit Arbeitern und Intellektuellen über seine Musik. Entscheidend in dieser Zeit und für seinen musikalischen Weg war auch seine Begegnung mit den Möglichkeiten der elektroakustischen Musik. Luciano Berio und Bruno Maderna hatten ihn an das neu gegründete elektronische Studio der RAI geholt, wo er 1964 La fabricca illuminata komponierte, ein Stück, das zu den Schlüsselwerken der Gattung zählt. Zwischen 1975 und dem Streichquartett Fragmente – Stille, An Diotima (1979/80) entstanden nur wenige Werke. Das Streichquartett markiert eine wiederum mit extremen Reaktionen aufgenommene Zäsur und Wende in seinem Leben und Schaffen. In den Werken der folgenden Jahre treten andere Momente in den Vordergrund seines ästhetischen Interesses, am markantesten wohl verkörpert in dem zentralen Werk dieser späten Schaffensphase, in der „Hörtragödie“ Prometeo (1981-85). Luigi Nono war Mitglied der beiden Akademien der Künste Berlin, Fellow des Wissenschaftskollegs Berlin (1987) und Professor für Komposition an der Hochschule der Künste (1987/88). Er ist am 8. Mai 1990 in Venedig gestorben.

| www.luiginono.it

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