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SWR Sinfonieorchester, Sylvain Cambreling

ORCHESTERMUSIK
Vykintas Baltakas Poussla für Ensemble und Orchester (2006)
UA der Neufassung/AW
Olivier Messiaen Chronochromie (1961)
Helmut Lachenmann Schreiben (2003/2004)

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Sylvain Cambreling · Leitung
Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWR
Michael Acker · Klangregie

Wie die Gattung des Streichquartetts hat auch der Apparat des großen sinfonischen Orchesters bis heute an Anziehungskraft nicht verloren. Seine instrumentalen, vor allem aber klangräumlichen und expressiven Möglichkeiten werden immer wieder aufs Neue ausgelotet und erfunden. Die MaerzMusik hat seit ihrem Bestehen immer wieder ihr Augenmerk auf dieses Genre gelegt und eine beachtliche Reihe großer Orchesterwerke sowohl etablierter Komponisten wie junger Nachwuchsmusiker in Berlin zur Aufführung gebracht: 2002 Hugues Dufourts Hivers – Winter, 2003 Makiko Nishikazes illuminarea, Eberhard Großkopfs Plejaden, 2004 Werke von Georg Friedrich Haas und Tristan Murail sowie im Rahmen des Themenkomplexes Ives & Consequences Ives’ monumentale 4.Sinfonie und die in diesem Kontext entstandenen Orchesterwerke Petr Kotiks, Olga Neuwirths, Phil Niblocks und Christian Wolffs. Höhepunkt im letzten Jahr war die Aufführung von Dieter Schnebels Sinfonie X anlässlich seines 75. Geburtstages.

Dieses Jahr wird erneut das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter der Leitung von Sylvain Cambreling drei Werke spielen, die, so unterschiedlich ihre Schöpfer auch sind, um die Vereinbarkeit bzw. Abhängigkeit von Struktur/Zeit und Klang/Expression kreisen. Olivier Messiaen, der Lehrer so verschiedener Komponistengenerationen wie denen der Neuen Musik nach 1945 und denen der 68er Generation entstammenden Spektralisten komponierte 1959/60 mit Chronochromie ein monumentales Werk, das rigoros und unerbittlich die Hervorbringung von Klang und Klangfarbe an die Formung von Dauer/Zeit bindet. Ihm vorangestellt ist die Uraufführung der neuen überarbeiteten Version der Komposition Poussla des Litauischen Komponisten und Dirigenten Vykintas Baltakas, der bereits 2003 mit dem Orchesterstück Sinfonia auf der MaerzMusik vertreten war. Und am Schluss steht Helmut Lachenmanns Orchesterstück Schreiben (2003/2004), in dem das Phänomen des Schreibens Thema ist: als Kodifizierung von Expression in der musikalischen Niederschrift durch den Komponisten, als physische Akte übertragen auf die Hervorbringung vom Klang am Instrument und als Einschreiben von Klang in seiner materiellen Beschaffenheit und seinem semantischen Feld in die Wahrnehmung des Hörers.