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frühling | mai | theatertreffen

Alles kam auch im 41. Jahr wieder zusammen.
Es war ein abwechslungsreicher Frühling. Ein Frühling, in dem der Winter aber auch der Hochsommer jeweils kurz vorbeischaute. Der Mai begann mit Sommersonne, ließ gegen Mitte gelegentliche Regengüsse zu und endete in wohliger Frühlingswärme. Die Gäste des Theatertreffens und das Publikum genossen wie immer diese Zusammenkunft.

Wir dürfen nicht ohne Stolz sagen, dass das Theatertreffen in diesem Jahr unsere Gäste, das Publikum, Theaterfreunde und -kritiker zu fruchtbaren Diskussionen über das Theater im deutschsprachigen Raum angeregt hat, Diskussionen, die weit über nationale Grenzen hinaus gewirkt haben und noch wirken.

Es wurde über das Theater, seinen Form- und Ausdrucksreichtum geredet und gestritten – nicht über die Daseinsberechtigung des Theatertreffens (das aber auch bisher jeder solcher Nonsens-Debatten standgehalten hat). Mit der Auswahl der siebenköpfigen Jury – an dieser Stelle noch einmal unseren herzlichen Dank für diese hervorragende Arbeit! – ist ein Tableau entstanden, das in seiner Vielfältigkeit provoziert, aber auch inspiriert und kaum jemanden unberührt gelassen hat.

In der sonst kritischen „Welt“ hieß es: Die Auswahl „repräsentierte eine gültige Draufsicht auf die verblüffenden, breit gestreuten Spitzenleistungen unseres Stadt- und Staatstheateralltags: 64 annähernd gleichrangig gute Produktionen standen zur Auslese der zehn besten. Und das ist der Beweis: Die Subventionsmillionen sind nicht vertan.“ (Reinhard Wengierek)

Johan Simons präziser, distanziert analysierender Müller-Kommentar „Anatomie Titus Fall of Rome Ein Shakespearekommentar“ von den Münchner Kammerspielen eröffnete - minimalistisch und phantastisch zugleich - im Bühnenbild von Bert Neumann das Theatertreffen im Haus der Berliner Festspiele. Für die einen Überforderung, für andere ein offenbarendes Denk-Spiel oder auch eine denkwürdige Überraschung.

Das Publikum dankte unseren Theatergästen viele Abende im Haus der Berliner Festspiele mit großem Applaus, feierte den „Onkel Wanja“ vom Münchner Residenz Theater mit Standing Ovations, ließ auch beim Jelinekschen „Werk“ aus Wien keine Müdigkeit aufkommen, gab sich ganz „O.T. Eine Ersatzpassion“ hin und hieß Marthaler bei der Preisverleihung heftig und herzlich willkommen zurück in Berlin. Zum Grande Finale kam dann Alain Platel mit „Wolf“ - kam, sah und siegte. Der 3sat Theaterpreis war ihm sicher und wurde von ihm mit Begeisterung entgegen genommen. Die Belebung des Hauses der Berliner Festspiele ist für alle, die da waren, spürbar geworden – und wir sind froh, dass allen Unkenrufen zum Trotz diese altehrwürdige ehemalige „Freie Volksbühne“ in keiner Weise der Schiller-Theater-Leiche gleicht oder gleichen wird.

Der im vergangenen Jahr erfolgreich reformierte, jetzt europäische Stückemarkt trägt das seinige dazu bei: Alle vier Veranstaltungen erfreuten sich großen Zuspruchs und zusammen mit den neu gegründeten Formaten Dramatiker-Salon und Dramatiker-Workshop kann man guten Gewissens beim Stückemarkt von einer hoch qualifizierten Dramatiker-Plattform sprechen.

Neben der durchgehenden Bespielung des eigenen Hauses, mussten andere Gastspielorte gefunden werden. Dank der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, dank dem Deutschen Theater, den sophiensælen und dem HAU (Hebbel am Ufer) fanden einerseits die Ensembles den richtigen Spielort für ihre Arbeit und gelang andererseits dem Theatertreffen breitflächig seine Verankerung in der Stadt.

Wir verabschieden in diesem Jahr vier der sieben Juroren: Georg Diez, Gerhard Jörder, Gerhard Preußer und Franz Wille! Und wir heißen vier neue herzlich willkommen: Barbara Burckhardt (Theater heute), Christine Dössel (Süddeutsche Zeitung), Peter Michalzik (Frankfurter Rundschau) und Andreas Wilink (K. WEST- das Feuilleton für NRW). Dazu bleiben noch in der Jury: Till Briegleb (u.a. FAS, Die Zeit), Wolfgang Kralicek (Falter, Wien) und Tobi Müller (Tages-Anzeiger, Zürich). Ihnen und uns: Glück auf!

Joachim Sartorius, Intendant Berliner Festspiele
Iris Laufenberg, Leiterin Theatertreffen

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