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The Collections of Barbara Bloom

Ausstellung
22. August bis 9. November 2008

Veranstalter
Berliner Festspiele

Ausstellungsstationen
New York: International Centre for Photography (ICP)
Berlin: Martin-Gropius-Bau

Neben Cindy Sherman, Richard Prince und Barbara Kruger gehört die in New York lebende amerikanische Künstlerin Barbara Bloom zu den herausragenden Künstlern der Postmoderne. Ihre Popularität verdankt sie unter anderem den Arbeiten, in denen sie ihre gesammelten Objekte mit selbst Hergestelltem verbindet oder in eigenen Werken Bezug auf ihre Sammlung nimmt.

Barbara Bloom wurde 1951 in Los Angeles geboren. Sie studierte am Bennington College und zusammen mit John Baldessari am California Institute of the Arts. Mehrere Jahre lebte und arbeitete die Künstlerin in Amsterdam und Berlin. Ausgestellt wurden ihre Werke u. a. im Museum of Modern Art in New York, im Museum of Contemporary Art in Los Angeles, im MAK in Wien, in der Serpentine Gallery, London, im Kunstverein München, in der Kunsthalle Zürich und anderen internationalen Institutionen, wie auf der Biennale in Venedig, wo sie den Due Mille Preis erhielt. Sie ist Preisträgerin der Guggenheim-Stiftung, des Wexner Center of Art und des Getty Research Institute. Zurzeit lebt und arbeitet sie in New York City.

Mit ihren Kunstwerken regt Barbara Bloom zu neuen Formen der Betrachtung an. Stets detailliert, präzise und reich gefüllt, bestehen die Exponate nur selten aus einem Objekt. Der Vergleich mit Bildern sowie das Spiel mit Anordnung, Zusammenstellung und Wahrnehmung ihrer „Collections“ nehmen die Schönheit zum Vorsatz, um Illusion, Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit zu erforschen.

Die Ausstellung zeigte viele Komponenten früherer Arbeiten. Darunter „The Reign of Narcissism“ und „Esprit de l’Escalier“. Daneben jedoch auch aktuelle Arbeiten, wie Exemplare ihrer umfangreichen persönlichen Sammlung von Eintagsfliegen und Objekten unterschiedlichsten Ursprungs. Bloom ordnet jede Arbeit neu an oder fügt Elemente hinzu; dies nicht nur um die Grenzen zwischen „selbstgemachtem“ und gefundenem Material, zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu verwischen, sondern auch um zu zeigen, dass Bedeutung erst durch einen Kontext entsteht.

Aus dem Titel ist bereits abzulesen: die Schau zeigt Sammlungen und reflektiert diese. Die Kombination aus selbst kuratierter Retrospektive, Nachlassverkauf und Selbstpor-trait zeichnete ein sehr persönliches und eindruckvolles Bild Barbara Blooms. Sie stellt Erscheinungen infrage und beschäftigt sich mit dem Besitzstreben der Menschen. Dabei hinterfragt sie konventionelle Wahrnehmungsformen mit ironischen Kommentaren zum Wertewandel, den Praktiken des Sammelns und den Normen einer Retrospektive.

Zu den vielen ungewöhnlichen Objekten, die präsentiert wurden, gehörten unter anderem ein Playboy-Magazin in Blindenschrift, Briefmarken, auf denen Arbeiten zeitgenössischer Künstler gezeigt werden, ein Polsterstuhl, auf dessen Stoff eine Röntgenaufnahme der Zähne der Künstlerin zu sehen ist, ein pornografisches Bild, das auf ein Reiskorn gedruckt wurde und ein Teppich, auf dem die Titelseite der Erstausgabe des Romans Lolita von Vladimir Nabokov dargestellt wird.

Die elf Teile der Ausstellung Innuendo, Framing, Doubles, Broken, Songs, Naming, Charms, Blushing, Belief, Reading In und Stand Ins dienten als Wegweiser und Blooms Wandtexte halfen dabei, sich durch ihre Bilder und Objekte zu finden. So entstanden rege Gespräche über Barbara Blooms einzigartige Vision. Im Steidl-Verlag erschien ein Katalog zur Ausstellung, mit Texten u.a. von Dave Hickey und Susan Tallmann.

Pressestimmen

Christiane Meixner in Der Tagesspiegel (Berlin), 22.08.2008
„Leben wie Jackie O. Wunderkammer der Kunst: Der Martin-Gropius-Bau präsentiert das Universum der Barbara Bloom“
Die Ausstellung arrangiert die gesammelten Materialien der Künstlerin zu flüchtigen Installationen, die so nicht wieder zu sehen sein werden. Jedes Objekt kann für sich oder im Dialog mit benachbarten Arbeiten gesehen werden. […] So sind die eigenwilligen architektonischen Einbauten im Martin-Gropius-Bau, die beiden Wendeltreppen und selbst die leuchtend roten Feuerlöscher an der Wand nun Teil der Ausstellung, die Barbara Bloom gerade zum letzten Mal vor der Eröffnung mit einem kleinen Team durchmisst.

Ingeborg Ruthe in Berliner Zeitung, 23./24.08.2008
„Sanft erjagt und still gesammelt“
Für die Künstlerin ist der Gropius-Bau der ideale Ort. Seit die Kalifornierin 1986/87 mit einem DAAD-Stipendium in Berlin lebte, waren die Säle des Gründerzeitbaus ihr Traumziel.

Tip (Berlin), 21.08.2008
Barabara Bloom gehört zu den herausragenden Künstlern der postmodernen Konzeptkunst. Ihre Kunst nimmt Schönheit als Prämisse und reflektiert Illusion, Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit. Die Ausstellung „The Collections of Barbara Bloom“ legt den Fokus auf die Präsentation von Sammlungen, ihrer Reflexion, Kombination und Interaktion [… und] ist eine Melange aus Retrospektive, Nachlassverkauf und Selbstporträt.


Besucherstimmen

Fantastisch!

Eye-Opener! […] and fun […] love her stories!

I would like to meet with you. C’est formidable – cette exposition.

Erzählend wie sensibel – die Ausstellungsinstallation für dieses wundervoll poetische und anrührende Werk.

Barbara, thank you so very very much!!! Wonderful.

Sehr inspirierend. Zwischen uns entflammte die Diskussion, ob Blinde Farben fühlen können. So schöne feinsinnige Dinge. Danke.

The exhibition lifts the spirit. Intelligent, deep, beautiful. Thank you!

Sehr hintersinnig und witzig. Manchmal erst auf den „3. Blick“.