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Pressestimmen Birds With Skymirrors

Vorstellungen bei spielzeit’europa 11|12: 1. bis 3. Dezember 2011

Frank Schmid, rbb Kulturradio, 02. Dezember 2011

Ponifasio gehört zu den derzeit angesagtesten Choreographen weltweit (…)
Mit sehr wenigen Mitteln und Szenen beschwört Ponifasio eine magische Welt, eine stark rituelle und zeremonielle Welt und dies zu einem Soundtrack, der raunt und rauscht, der donnert und in Sirenengesang wispert. Nun versteht sich Lemi Ponifasio auch als politischer Künstler, der sich etwas für die Unabhängigkeit seines Volkes einsetzt, für die Erhaltung von Kultur und Sprache. Sein politisches Engagement findet sich hier in einem allgemeinen Sinne in seiner apokalyptischen Vision, in der Verzweiflung über die ökologische Katastrophe, die nicht nur Samoa durch Umweltverschmutzung, Artensterben und Klimawandel droht. (…)
„Birds with skymirrors“ in all seiner Fremdheit von ungeheurer Eindringlichkeit und enormer Suggestivkraft und von berückender Schönheit. Und es ist völlig frei von ironischer Distanz, von müder Utopielosigkeit und der Unfähigkeit, an Veränderung zu glauben.

Annett Jaensch, Tanzpresse.de, 07. Dezember 2011

Der aus Samoa stammende Choreograf Lemi Ponifasio schickt die neun Darsteller der MAU Company, allesamt von südpazifischen Inseln kommend, auf eine Reise, die in ganz neue poetische Räume vorstößt. (…) Doch „Birds With Skymirrors“ ist kein vordergründig anklagendes Ökostück. Ponifasio bündelt sein Mahnen vielmehr an ästhetische Gesten. So verschmelzen Tanz und Gesang zu einer Zeremonie, die erahnen lässt, welche Bedeutung der Verbindung von Natur und Mensch in diesem Kulturraum zukommt und letztendlich globale Gültigkeit hat. (…) Das Stück ist eine sinnliche Offensive, der man sich schwer entziehen kann.

Die Welt, Manuel Brug und Stefan Keim, 16. Juli 2010

Der Schamane dieses Sommers
[…] Mit wenigen, klar eingesetzten Mitteln verwandelt sich die MAU Company in Vögel. Ohne Kitsch und Pathos. „Birds with skymirrors“ – Vögel mit Himmelsspiegeln – ist von Bescheidenheit geprägt. Da gibt es keine virtuosen Soli und Showeffekte. Dafür kraftvolle Gesänge, Gesten, die sich wiederholen – und manchmal pure Magie. Etwa, wenn die Tänzer Kugeln an Schnüren wirbeln und später die Bühne mit Kreide bedecken, wobei Staub in die Luft steigt. […]
Seine Stückidee kam Lemi Ponifasio, als er Vögel beobachtete, die glänzende Dinge in den Schnäbeln trugen: Videomagnetband. Auch die sind Teile des gewaltigen Müllstroms, der sich durch den Pazifik schiebt. Für die meisten Tiere ist es inzwischen normal, Plastik zu fressen, das irgendwann über die Nahrungskette wieder beim Menschen anlangt.
Ponifasio überschwemmt uns nicht mit Videobildern leidender Tiere. Ihm genügt eine einzige Schwarzweiß-Aufnahme, die blitzartig in die Aufführung schießt und später wiederholt projiziert wird. Ein Vogel breitet die Flügel aus und kann nicht mehr fliegen. Zum Geräuschteppich aus Baustellenlärm klatschen die Tänzer mit Wucht auf ihre Körper, bewegen sich energiegeladen, geraten in Panik, beruhigen sich, verschwinden im dunklen Bühnenhintergrund. Schwarz ist für Ponifasio Ursprung des Seins.

Deutschlandfunk, Kultur heute, Nicole Strecker, 9. Juli 2010

Choreografierte Fremde
[…] Rituelle Gesänge, eine Frau stakst mit endlos langen Beinen und bloßer Brust wie ein schöner Vogel über die Bühne und eine Gruppe kahlköpfiger Männer in schwarzen Mönchskutten trippelt wie Aufziehpuppen. Sie gestikulieren, scheinen mit ihrem stummen Tanz der Arme immer wieder dasselbe erzählen zu wollen. Emphatisch, aber unverstanden, während im Hintergrund für Sekunden nur, aber in unerbittlicher Wiederholung das Video eines ölverschmierten Pelikans aufblitzt – eine grausam verendende Kreatur. Der gigantische Müllstrudel, der im Nordpazifik unseren Plastikmüll bündelt und an Ponifasios Heimat Samoa vorbeiführt, war Ausgangspunkt für sein Stück. Doch das konkret ökologische Thema verwandelt Ponifasio in ein getanztes Memento von dunkler Poesie.
In Zeitlupe entwickeln sich die Bewegungsbilder. Körper wogen sacht auf und ab wie in einer Unterwasserwelt und Fingerspitzen zittern wie Flossen aber auch wie die Hände von Mahnern, von eindringlichen Propheten eines nahenden Unheils.
Ponifasios politisch motivierter und philosophisch erweiterter Orakel-Tanz hat Furcht einflößende Intensität. Dabei überformt er mit zeitgenössischen Inszenierungsmitteln traditionelle Kunstformen: die Bewegungen und Gesänge der Maori. Doch die Wurzeln der fremden Kultur sind immer spürbar und so bleibt […] das belebende Gefühl, mit einer ganz anders verstandenen Kunstvorstellung konfrontiert worden zu sein. Trotz globaler Uniformierung gibt es sie noch: rätselhaft-fremde Theater-Welten.

guardian.co.uk, Alice Bain, 19. August 2010

Birds with Skymirrors
Playhouse, Edinburgh

A high chief of Samoa, Ponifasio is clearly a choreographer with political concerns. Tempest references 9/11, America and Iraq. With Skymirrors, he fills an hour and a half with rippling torsos, hands that beat like wings, and feet that somehow glide bodies around the stage. […]
The images created in this work by MAU, Ponifasio’s New Zealand-based company, are physically extraordinary and imaginatively charged, embracing a global view of the world and our place in it. Neither strictly dance nor theatre, these constellations of stylised action are taut with concentration and executed with astonishing precision by performers drawn from mostly non-dance and non-theatre backgrounds. Watching these mini-narratives unfold is like catching a field of sunflowers in the act of turning towards the sun.
(Guardian-Bewertung: 4 von 5 Punkten)

The Scotsman, Claire Black, 9 August 2010

Lemi Ponifasio sees dancing not simply as a performance but as life

The timing is perfect, the effect hypnotic. The stage is dimly lit, and now and then a black and white video projection lights the back wall. The image is of a pelican in the surf flapping helplessly, yet defiantly. With images of the ravaged Gulf of Mexico still fresh in our minds, we assume that its wings are clogged with oil.
Birds with Skymirrors is challenging and unexpectedly moving. The audience is gripped as they watch eight male dancers and three female undulate and writhe, sing and sway. The movements are strange yet familiar and always fascinating.
[…] Ponifasio, a man with a reputation for fearless creativity, was thinking about the end of the world, the notion that humans are simply a part of the earth’s processes. The resulting work, part-dance and part-ceremony, is therefore rooted in the real but concerned with something much bigger, something almost spiritual.


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