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spielzeit’europa 2004–2012

»Hinter der Idee einer europäischen Theatersprache verbirgt sich auch die Praxis einer europaweiten kooperativen Arbeitskultur, die Institutionen wie die Berliner Festspiele belebt und für die Ausdrucksweisen der Zeit öffnet.«
Joachim Sartorius anlässlich der ersten Saison von spielzeit’europa 2004

Drei Jahre nach dem Umzug der Berliner Festspiele in das damalige Theater der Freien Volksbühne wurden die Berliner Festwochen in zwei voneinander getrennte neue Musik- und Theaterformate aufgeteilt. 2004/2005 fand die erste spielzeit’europa, die Herbst- und Wintersaison mit Theater- und Tanzveranstaltungen, im Haus der Berliner Festspiele statt. Der Ideengeber und Gründer der spielzeit’europa war ihr damaliger Künstlerischer Leiter Markus Luchsinger (†2009). Bedeutende Theater- und Tanzproduktionen aus dem europäischen Raum sollten in Berlin gezeigt werden, ebenso Produktionen mit dem Blick von außerhalb auf Europa.

Ab 2006/2007 übernahm Brigitte Fürle, ehemals Dramaturgin Wiener Festwochen, Salzburger Festspiele (Young Directors Project) und schauspielfrankfurt, die Künstlerische Leitung der spielzeit’europa.

Seit Beginn verknüpfte sie das Motto der Saison mit einer speziellen Einbeziehung des Hauses. Ausstellungen und Fassadenbespielungen verliehen jeder einzelnen Saison den thematischen Bogen. »Alles wird gut« (2006/2007), inszeniert von der lettischen Künstlerin Monika Pormale als großformatige Fotoinstallation mit einander umarmenden Menschenpaaren, »Paradies jetzt« (2007/2008) von Rudolf Bekic und Bernhard Resch, »Das Ende – ein Anfang« (2008/2009), »Das Ereignis des Selbst/des Anderen« mit der »Composition with Twelve Windows« von Sasha Waltz und Meggie Schneider (2010). In diesem Jahr wird die Installation »Le Savali: Berlin« von Lemi Ponifasio das Haus der Festspiele nach außen hin sichtbar bespielen.

Das Haus der Berliner Festspiele sollte anstelle einer reinen Spielstätte für Gastspiele ein Theater mit eigener Identität sein – ein Ort der Produktion und Kreation mit idealen Arbeitsbedingungen für internationale Theater- und Tanzinszenierungen. So gelangten nach mehrwöchigen Proben im Haus u.a. The Sound of Silence von Alvis Hermanis, (2007) Das Pulverfass von Dimiter Gotscheff (Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin, 2008), die DV8 Weltpremiere von To Be Straight With You (2007) zur Uraufführung.

Zu den spektakulären Sonderprojekten von spielzeit’europa zählten neben Schutz vor der Zukunft von Christoph Marthaler (2006). La Revolte des Mannequins im KaDeWe (2008) und das Großereignis Das Wiedersehen von Berlin von Royal de Luxe (2009), ein Riesenmärchen anlässlich 20 Jahre Mauerfall in Berlin, das 2 Millionen Zuschauer in Berlin bewegte, sowie das MAUForum von Lemi Ponifasio und Peter Sellars u.a. mit Olafur Eliasson in der Orangerie des Schloß Charlottenburg 2010.

In den sechs Jahren ihrer Künstlerischen Leitung präsentierte Brigitte Fürle zahlreiche Uraufführungen, Europa- und Deutschlandpremieren sowie Gastspiele von Theater- und Tanzkreationen internationaler Künstler in Berlin u.a. Robert Wilson, Robert Lepage, Alvis Hermanis, Heiner Goebbels, Krzysztof Warlikowski, Lemi Ponifasio, Andrea Breth, Peter Sellars, William Forsythe, Stéphane Braunschweig, Sylvie Guillem, Sidi Larbi Cherkaoui, Pina Bausch, Isabelle Huppert.

In diesem Jahr wird die Kreation von Lemi Ponifasio Le Savali: Berlin als Auftragsproduktion und Uraufführung am 6. Oktober die Saison 11|12 eröffnen.Mit insgesamt 7 Wochen Probenzeit, in der auf der Bühne ausschließlich für diese Produktion gearbeitet wird, setzt spielzeit’europa hier Maßstäbe für ein vielbeachtetes Produktionsmodell, das die Identität von Festivals als Ort der Kreation neu definiert.

»Im Mittelpunkt stehen Erfahrungsmomente für das Publikum, die – über Kategorien wie Sprechtheater oder Tanz hinaus – in das Unbekannte und Neue führen, allesamt der Versuch, Gemeinsamkeit durch Empathie als lebendige und grenzüberschreitende Vision menschlichen Überlebens darzustellen.«
Brigitte Fürle

spielzeit’europa 11|12 präsentiert zwölf Produktionen in vier Monaten und endet im Januar 2012. Als Auftakt zeigte das Festival bereits am 1. September die vielbeachtete Deutschlandpremiere Yahia Yaïch Amnesia des tunesischen Regisseurs Fadhel Jaibi.

Brigitte Fürle Künstlerische Leiterin spielzeit’europa | Berliner Festspiele


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