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Stückemarkt III

foreign angst
von Konradin Kunze (*1977, Freiburg)

Szenische Einrichtung Friederike Heller
Dramaturgie Marion Hirte
Ausstattung Kathrin Frosch
Es lesen Mohamed Achour, Stefan Konarske, Seyneb Saleh und Almut Zilcher
Schlagzeug Sebastian Vogel

Ein heruntergekommenes Hotel in einer kleinen Stadt in einem Krisengebiet, weit weg von der Landeshauptstadt. Ein junger Mann, ausgerüstet nur mit einem Rucksack und einer Kamera. Zuhause hat er in den Medien eine „militärische Intervention“ in dem fernen Land verfolgt, bei der deutsche Soldaten und einheimische Polizisten bei einer Straßenkontrolle Zivilisten erschossen haben, darunter Kinder. Er beschließt, dorthin zu reisen und die Hintergründe aufzuklären.
In der Hotel-Lobby trifft der selbst ernannte Reporter auf eine Gin trinkende Sanitäterin mittleren Alters, die irgendwo da draußen in einem Flüchtlingslager arbeitet. Ansonsten gibt es nur noch den Hotelportier und seine fast erwachsene Tochter. Wie es der Stücktitel „foreign angst“ andeutet, verständigen sich die Personen in einer Mischung aus Deutsch und gebrochenem Englisch, mit seiner Tochter spricht der Portier auch in der Landessprache.
Im Sprachengewirr dieser vier Gestrandeten entsteht ein Albtraum aus Missverständnissen und unklar formulierten Intentionen. Der in der Fremde erlebte Thriller könnte auch „german angst“ heißen, denn er spielt sich nicht zuletzt im Kopf des Protagonisten ab. Eine tückische Magenkrankheit fesselt ihn ans Bett, seine Ausrüstung wird gestohlen, er hört ferne Schüsse – seine eigentliche Mission rückt in immer weitere Ferne. Am Ende des angstgetriebenen Albtraums verbarrikadiert er sich im Hotelzimmer, die Kalaschnikow im Anschlag, die er gegen sein gesamtes Geld eingetauscht hat.
Iris Laufenberg

Konradin Kunze, 1977 in Freiburg geboren, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und ist Absolvent der European Animation Masterclass an der International Academy of Media and Arts, Halle. Als Schauspieler wirkte er in über 40 Produktionen in Freiburg, Hannover, Bremen und Hamburg mit. Als Dramatiker ist er mit folgenden Stücken hervorgetreten, die er zum Teil auch selbst inszeniert hat: „Playback Life“ (2003), „Tags anders … nachts auch“ (2005, beide gemeinsam mit Klaus Schumacher), „Paradise Now“ (2008, UA Junges Schauspiel Hamburg), „foreign angst“ (2010) sowie „A Small, Small World“ (2011, gemeinsam mit Sophia Stepf, UA Goethe-Institut Dhaka, Bangladesch). Weitere Regiearbeiten sind „NippleJesus“ (2006) und „Bombel“ (UA 2009, Theater Plauen-Zwickau); derzeit inszeniert er „Die Durstigen“ von Wajdi Mouawad, dessen Premiere im April am Theater Bremen stattfinden wird. Zwischen 2008 bis 2010 schrieb und drehte er mehrere Kurzfilme, die auf verschiedenen Festivals zu sehen waren. Konradin Kunze lebt zurzeit in Berlin und Indien.