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Theatertreffen beim ilb

NEUE DRAMATIK AUS EUROPA

Liebe Freunde des Theaters,

die Vorbereitungen für das Theatertreffen sind in vollem Gange: Erneut hat sich unsere siebenköpfige Jury auf den Weg durch Stadt und Land gemacht um Ihnen dann im Mai 2012 eine Auswahl der zehn außergewöhnlichsten und reizvollsten Inszenierungen Deutschlands vorzustellen.

Machten wir uns jedoch gestern noch Gedanken darüber, warum auf deutschsprachigen Theaterspielplänen Shakespeare und Schiller dominieren und mit welchen Mitteln welcher Regisseur die Klassiker neu interpretiert, so scheint der Kitzel bei der Suche nach neuen Regiehandschriften (angelegt an Texten toter Dichter) vergangen zu sein.

Mit Blick auf die Theaterlandschaft und bei Lektüre von Rezensionen ist diese Veränderung auch beim Stückemarkt des Theatertreffens, der seit Langem Autoren entdeckt, fördert und sie über Jahre hinweg betreut, deutlich zu spüren. Von mangelndem Interesse an deutscher Dramatik seitens der Bühnen kann keine Rede mehr sein und erfreulicherweise ergeben sich immer wieder neue Quellen um das öffentliche Interesse an den meist noch jungen Autoren wach zu halten. Können wir uns nun also zufrieden zurücklehnen?

Nein, denn wir wollen mehr! Bekanntermaßen findet kaum einer der bei den Festivals für neue Dramatik zwischen Wien und Heidelberg, Wiesbaden und Berlin vorgestellten nicht-deutschsprachigen Autoren seinen Weg auf die Spielpläne der hiesigen Theater. Mit unseren internationalen Partnern – wie der Sala Beckett in Barcelona, dem Nationaltheater in Temeswar oder dem Prager Theatre Letí – diskutieren wir schon länger intensiv die Gründe hierfür. Letztlich sind wir uns aber mit all unseren Partnern einig: Gute Autoren gibt es überall – und die Neugierde auf sie muss geweckt und der Austausch repräsentativ weiterentwickelt werden.

Das internationale literaturfestival berlin hat es bewerkstelligt, mit uns diesen Schritt in die Zukunft zu gehen und einen aussichtsreichen Anfang im Kennenlernen neuer Namen und Dramen aus europäischen Theaternationen getan. Unsere Darbietung einer dreistündigen Lesereise bot dem bunt gemischten Publikum aus Regisseuren, Dramaturgen, Autoren und Verlegern – kurz, allen an Gegenwartsdramatik Interessierten – eine einzigartige Gelegenheit, einen Blick auf aktuelle Entwicklungen anderer europäischer Theaternationen zu werfen.

Die Auswahl der sechs herausragenden jungen Dramatiker aus Estland, Italien, Großbritannien, Rumänien, Tschechien und Spanien wurden nicht nur in szenischen Lesungen präsentiert; die Autoren selbst waren auch persönlich anwesend und stellten sich und ihre Arbeiten im Anschluss an die Lesung vor. Für den hierbei entstandenen offenen und aufregenden Austausch über Stoffe des globalen Lebens wollen wir uns bei allen Anwesenden aufrichtig bedanken und wünschen uns herzlich weiterhin eine erfolgreiche europäische Netzarbeit.

Iris Laufenberg
Leiterin des Theatertreffens

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