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Kasimir und Karoline

Schauspiel Köln
Ein Volksstück von Ödön von Horváth
Eine Koproduktion mit dem NT Gent und De Veenfabriek

Regie Johan Simons, Paul Koek
Musik De Veenfabriek: Rik Elstgeest, Bo Koek, Paul Koek, Ton van der Meer, John van Oostrum
Kostüme Nina von Mechow
Musikalische Leitung Loy Wesselburg
Dramaturgie Paul Slangen, Rita Thiele
Licht Dennis Diels, Michael Frank
Produktionsleitung Marc Swaenen

Mit
Lina Beckmann Dem Merkl Franz seine Erna
Markus John Kasimir
Jan-Peter Kampwirth Schürzinger
Anja Laïs Liliputaner / Ausrufer
Carlo Ljubek Der Merkl Franz
Annika Olbrich Elli
Angelika Richter Karoline
Torsten Peter Schnick Sanitäter, Mädchen mit Bart
Felix Vörtler Speer
Julia Wieninger Maria, Juanita
Michael Wittenborn Rauch

Musiker
Boris Coppieters, Dan Enderer, Robert Nacken, Loy Wesselburg, Stefan Behrisch

Unter Verwendung des Bühnenbildes von Bert Neumann anlässlich der Premiere in Avignon, Papstpalast, Juli 2009

Premiere 3. Dezember 2009
Dauer 2h 10, keine Pause
Mit englischen Übertiteln

Publikumsgespräch
Sa 8. Mai 22:30
Moderation Barbara Burckhardt

„Enjoy“ fordern die goldflittrigen Großbuchstaben, die in dieser Horváth-Inszenierung über der Bühne und einem flotten Opel-Automobil thronen, doch das Oktoberfest-Vergnügen und der sentimentalische Schmelz sind dem Stück gründlich ausgetrieben. Markus John als schmierhaariger Kasimir und Angelika Richter in der Rolle einer eher abgefeimten als smarten Karoline sind die Stars des Abends. Man sieht, dass Richters Karoline gern auf eine „höhere Stufe“ hinauf möchte, wie es bei Horváth heißt, denn sie spaziert gern in der ersten Etage der Neumann-Bühne bei den glitzernden „Enjoy“-Buchstaben herum. Sie spricht immer eine Spur zu kreischig in ihr Mikroport, um noch als liebes Flattermädchen durchzugehen. Markus Johns Kasimir ist ein Kraftkerl mit Zottelhaaren und Stoppelbart, der für einen Don Quichotte, mit dem er im Stück verglichen wird, entschieden zu gut genährt und zu grobianisch ist. Simons blickt mit dem gleichen kalten Blick auf Bonzen und Verlierer, er zeigt die Unterprivilegierten nicht als edle Theater-Schlachtrösser, sondern als echt wilde Unterschicht-Raubtiere und Rinnstein-Tölen. Bei ihm ist die Kapitalismuskritik keine Ranschmeiße an das Prekariat, sondern kluge, warmherzige und doch nahezu wissenschaftliche Einzelfallbetrachtung.