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Pressestimmen JazzFest ’09

„Das JazzFest Berlin war mit mehr als 30 Einzelauftritten das umfangreichste seiner Geschichte. Informations- und Unterhaltungswert waren enorm, stilistischer und generationeller Weitblick preisenswert.“
Ulrich Olshausen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. November 2009

„Was für ein Andrang! Wer sieht, wie viele Leute zu den Konzerten des Berliner Jazzfests 2009 ins Jüdische Museum oder das Quasimodo drängen, wer erlebt, in welche Verzückung das Publikum beim Auftritt des Pianisten Hank Jones im Haus der Berliner Festspiele gerät, der wird verwundert den Kopf schütteln. Hatte man den Jazz nicht eigentlich für tot erklärt? Nach einer Begräbnisfeier allerdings sah das, was man fünf Tage lang an verschiedenen Orten im ehemaligen Westen der Hauptstadt erleben konnte, wahrlich nicht aus.“
Tobias Lehmkuhl, Süddeutsche Zeitung, 10. November 2009

„Es sind zwei viel geprüfte Männer, die beim Berliner Jazzfest letztendlich alle Herzen gewinnen. Zum einen der an den Folgen eines Schlaganfalls leidende Bassist Eberhard Weber, dem der Deutsche Jazzpreis verliehen wurde und der in seiner Dankesrede ein Feuerwerk an herrlich respektlosen Bemerkungen über gewisse Jazz-Glaubenssätze zündete. Zum anderen der 91-jährige Pianist Hank Jones, der ohne den mit einem beidseitigen Schulterbruch im Krankenhaus liegenden Joe Lovano das Blaue, Samtene und Ewigschöne aus dem Jazzhimmel auf die Erde herabholte. ‚Round Midnight‘, ‚Oleo‘ oder ‚Nica’'s Dream‘ spielte Jones, schon tausend Mal gehörte Standards. Bei ihm aber möchte man sich die Stücke rahmen lassen und an den besten Platz im Herzen hängen – direkt neben die Fotos von Francis Wolff.“
Josef Engels, Die Welt, 10. November 2009

„…auf Swing, Puls und Groove, lässt sich das JazzFest 2009 recht gut reduzieren. Natürlich hört man schon wieder Stimmen, denen es zu friedlich und sicher zuging. Tatsächlich mochte man ein wenig skeptisch die ausgestellte gute Laune des Kurators Nils Landgren betrachten, der im Geleitwort von Musik als Glühwein, Schnaps und Schokolade schwärmte und sich selbst zur Eröffnung als Schweden von geringem Verstand bezeichnete – Pu der Bär als Festivalchef. Wie jener allerdings versteht er sich offenbar darauf, mit wenigen klaren Motiven recht gewitzt die Welt zu erklären.“
Markus, Schneider, Berliner Zeitung, 10. November 2009

„Wieder ist Nils Landgren, zum zweiten Mal als künstlerischer Leiter verantwortlich, die Quadratur des Kreises gelungen: den Mainstream mit dem Unkonventionellen zu versöhnen, Altes und Neues, Anspruch und unmittelbare Verständlichkeit. (…) Doch Landgren kombinierte so geschickt alte Größen mit neuen Hoffnungsträgern, hatte seine reiche, orthodoxe Grenzen sprengende Palette mit soviel Qualität bestückt, dass sich Fragen nach Fort- oder Rückschritt gar nicht mehr stellten. Zu erleben gab es schlicht ‚gute Musik‘. Die macht Landgren erklärtermaßen für das Publikum – das durchweg begeistert reagierte – ‚und nicht für Journalisten‘.“
Isabel Herzfeld, nmz online, 11. November 2009

„Ein ungemein breites musikalisches Spektrum präsentierte der schwedische Posaunist Nils Landgren, der auch in diesem Jahr wieder als künstlerischer Leiter agierte, ganz in der Blue-Note-Tradition. Jazz-folkloristische Musik aus Südafrika gehörte ebenso dazu, wie der perlende Swing des 93-jährigen Piano-Veteranen Hank Jones, aber auch die kratzig-wilden Improvisationen des Barry Guy New Orchestras und der pralle Hammondorgel-Sound der Soul-Legende Booker T.“
Friedhelm Schulz, Südkurier, 10. November 2009

„Das Deutsche Filmorchester Babelsberg und das Blanchard Quintett machen einen guten Job, auch wenn sie über die musikalische Illustration hinaus kaum gefordert werden. Lediglich Saxofonist Brice Winston und Blanchard glänzen in Solopassagen, als Epilog gibt es schwarze Trauermusikhaltung mit jener traditionellen Melange aus Abschied, offenen Fragen und hoffnungsvollem Ausblick – allemal ein stimmungsvoller Auftakt für ein wegen ausgewiesener Sensationsarmut arg in die Kritik geratenes Festival.“
Christian Broecking, die tageszeitung, 10. November 2009

„Der Sohn indischer Einwanderer (Vijay Iyer) definiert das Piano-Trio-Genre ein Stück weit neu; da verbandeln sich Monksche Knarzigkeit, der Minimalismus eines Philipp Glass und Steve Reich sowie der dreckige Funk New Yorks mit pianistischen Morsezeichen zu einem anregend andersartigen Vokabular. Selbst ein herkömmliches Blues-Schema wird wieder interessant. Und der Westside-Story-Heuler ‚Somewhere‘ entpuppt sich als bizarr ausfransende klangliche Utopie von Drogensüchtigen.“
Josef Engels, Die Welt, 10. November 2009

„Die Festival-Höhepunkte lieferten Musiker, die bei zwei deutschen Labels unter Vertrag sind: ACT-Künstler Vijay Iyer zog das Publikum mit einer rhythmisch intensiven Mixtur aus Jazztradition, moderner E-Musik und Rock-Klängen in seinen Bann. Und der norwegische Bassist Arild Andersen (ECM), dessen Trio zwischen Folk und Free changierte, hatte krankheitsbedingt einen Ersatzmann mitbringen müssen, der sich als die Entdeckung des Festivals schlechthin entpuppte: Perkussionist Patrice Heral, der mit seinen Gesangs- und Loop-Einlagen für Beifallsstürme sorgte.“
Michael Klein, Ruhr Nachrichten, 10. November 2009

„… die israelische Posaunistin Reut Regev, die Entdeckung des JazzFests schlechthin. Mit rotem Kleidchen und wallendem schwarzen Haar wirkte sie wie eine Mischung aus Rotkäppchen und Schneewittchen, doch kaum stieß sie in ihr Horn, reichten sich böse Königin und Wolf in der zarten Erscheinung die Hand. Mit unfassbarem Druck feuerte sie ihre Breitseiten aus Funk, Bluesrock und Electric Jazz ab, und als hätte sie selbst nicht schon genug Power, verstärkte sie ihre Band noch mit dem Free Funk-Gitarristen Jean-Paul Bourelly. Das war urbaner Jazz aus dem Hier und Jetzt, der mit einer knappen Version von Monks ‚Bemsha Swing‘ verschmitzt der Vergangenheit zublinzelte, um sogleich mit aller Entschlossenheit die Zukunft zu schultern.“
Wolf Kampmann, Frankfurter Rundschau, 10. November 2009

„Der Höhepunkt des Festivals war Tim Garland. Man hat den fünfundvierzigjährigen Briten in dieser Hochform nicht kommen sehen. Mit behänden Fingern gesegnet, hat er auf dem Tenorsaxophon einen weich schmelzenden Kammerton mit einem zarten Geigenvibrato, um im nächsten Moment die tiefe Lage mit aggressivem ‚Honking‘ auszureizen. Das Sopransaxophon ist für die schärfere Kante zuständig, die Bassklarinette für runde Pastellschönheit. Das basslose ‚Tim Garland’s Lighthouse Trio‘ spielt mit drangvoller Dichte zusammen.“
Ulrich Olshausen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. November 2009

“Tim Garland’s Lighthouse Trio was one of four small ensembles that stood out at the JazzFest Berlin’s late-night sessions in the Quasimodo club at the weekend. This was their final date of a six-week tour of Asia and Europe and Garland, together with pianist Gwilym Simcock and percussionist Asaf Sirkis, clearly put everything in to it, to the delight of the attentive audience. Garland’s writing draws on a variety of sources from tango to middle-eastern music and from Celtic music to classical so that each piece has its own distinct character. His saxophone playing also covers a wide range of expression from an almost explosive intensity over Simcock’s powerful flamenco-influenced chords to the meditative calm of ‘Blue and Green’, while Sirkis, with his exotic array of hang drum, frame drums, small cymbals and clay pot, provides a counterpoint of subtle rhythm and unusual sounds.”
Charles Alexander, Jazzwise online, 11. November 2009

„…So war es fast ein Glücksfall, dass die NDR-Bigband unter Jörg Achim Keller ihr „Tribute to Horace Silver“ nicht mit dem 81-jährigen, parkinsonkranken Meister selbst, sondern mit dem erst gut halb so alten Jacky Terrasson inszenierte. Er spielte sich mit bluesig kreiselnden Silverismen, temperamentvoll über die ganze Tastatur rollenden Klangwogen, durch einige von Silvers bekanntesten Kompositionen – von der Ballade „Lonely Woman“ bis zum groovenden ‚Song For My Father‘.“
Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel, 10. November 2009

„Ein Repertoire, das ungewohnt selbstverständlich noch vor dem Free Jazz und der darauf folgenden Unübersichtlichkeit datiert, spielt der 91-jährige Hank Jones bei seinem umjubelten JazzFest-Auftritt. Gekrönt von Ben Tuckers ‚Comin’ Home Baby‘ interpretiert er die afroamerikanische Musikgeschichte mit Stolz und Eleganz und dem Wissen, dass in dieser Musik schon immer über die großen Themen des Lebens improvisiert wird.“
Christian Broecking, die tageszeitung, 10. November 2009

„Wer wie der 91jährige Pianist Hank Jones in seinem Leben so ziemlich alles und jeden begleitet hat, braucht niemandem mehr etwas zu beweisen. Er setzt sich einfach ans Klavier, sucht sich ein paar Standards aus dem Real Book heraus und spielt ein wenig: Thema, Chorus, dann ein kleines Baßsolo des großartig aufgelegten George Mraz, ein paar Licks des eher verhaltenen Drummers Lewis Nash und schließlich wieder das Thema. That’s it.“
Rainer Balcerowiak, Junge Welt, 10. November 2009

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