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Stückemarkt V

Pierre Notte (Paris, Frankreich)
Deux petites dames vers le Nord – Zwei nette kleine Damen auf dem Weg nach Norden
Deutsch von Dorothea Renckhoff und Fedora Wesseler

Szenische Einrichtung · Katharina Thalbach
Dramaturgie · Wenka von Mikulicz

Es lesen
Peggy Lukac und Katharina Thalbach

Mit freundlicher Unterstützung des Bureau du Théâtre et de la Danse Berlin

Die Schwestern Bernadette und Annette sitzen im Theater, ein Krankenhausstück von Harold Pinter, als ihre 82-jährige Mutter im Spital verstirbt – ausgerechnet an dem Abend, an dem die zwei netten kleinen und auch selbst schon betagten Damen nicht bei der Mutter waren. Ab da beginnt ein Abenteuer mit unbekanntem Ausgang, denn sie haben sich in den Kopf gesetzt, die Asche der Mutter im Grab des Vaters beizusetzen. Also nehmen sie die Keksdose mit der Asche ihrer Mutter und machen sich von Paris aus auf den Weg nach Norden.
Pierre Notte erzählt in seiner Komödie die Geschichte zweier älterer Damen, die für einen Moment aus ihrem Alltag ausbrechen, sich jung und rebellisch fühlen. Ihre Suche nach dem Grab des Vaters gerät zu einem anrührenden und absurden Roadtrip. Das Stück ist voller Kuriositäten: Die beiden singen zwischen Gräbern Chansons, spielen das Aufzählspiel „Die Männer im Leben unserer Mutter“, und Annette tanzt in einer Bar mit einem 20-Jährigen. Notte zeichnet die beiden eigenwilligen Schwestern wie ein altes Ehepaar; sie können nicht mit, aber auch nicht ohne einander leben. Im einen Moment streiten, ärgern und maßregeln sich die Frauen, im nächsten suchen sie Trost bei der jeweils anderen und sorgen sich liebevoll um einander.
Die Begegnungen der Schwestern während ihrer Reise werden plastisch miterzählt. Sie schwelgen in Erinnerungen an die Eltern und konfrontieren sich dabei mit ihrem eigenen Leben. Das Stück zeigt auf humorvolle Weise und voller Situationskomik, wie die beiden mit der Trauer um die Mutter umgehen und gleichzeitig nach vorne blicken.
Yvonne Büdenhölzer

Pierre Notte, 1969 in Amiens (Frankreich) geboren, ist Regisseur, Autor, Schauspieler und Dozent. Seit den 1990er Jahr schreibt er für das Theater, seine Stücke werden in ganz Frankreich gespielt und sind vielfach ausgezeichnet worden. 2003 erhielt er das Förderstipendium Szenisches Schreiben des Centre National des Lettres, für „Moi aussi je suis Catherine Deneuve“ 2005 den Theaterpreis der Stiftung Diane und Lucien Barrière und 2006 den „Molière“ als bestes Theaterstück. 2006 wurde er auch vom französischen Autoren- und Komponistenverband als „Neues Theater Talent“ ausgezeichnet. Er ist Leiter der Schreibwerkstätten des französischen Schriftstellerverbandes und seit 2006 Generalsekretär der Comédie-Française in Paris. Pierre Notte, der in Paris lebt, wurde vom französischen Kulturministerium als „Chevalier des Arts et des Lettres“ ausgezeichnet.

Bureau du théâtre de de la danse CCCL de Berlin