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Der Prozess

Münchner Kammerspiele
von Franz Kafka

Regie und Bühne Andreas Kriegenburg
Kostüme Andrea Schraad
Licht Björn Gerum
Dramaturgie Matthias Günther

Mit
Walter Hess
Sylvana Krappatsch
Lena Lauzemis
Oliver Mallison
Bernd Moss
Annette Paulmann
Katharina Schubert
Edmund Telgenkämper

Die in der Aufführung verwendete Musik wurde von Laurent Simonetti (1959–2008) komponiert.

Premiere 25. September 2008
Dauer 3h, eine Pause
mit englischen Übertiteln

Publikumsgespräch
Fr 8. Mai 23:00
Moderation Barbara Burckhardt

Ein bisschen Cirque du Soleil ist auch dabei, wenn der Regisseur Andreas Kriegenburg das Ensemble der Münchner Kammerspiele auf einer sich drehenden Scheibe agieren lässt, die sich langsam und bedrohlich senkrecht stellt, ohne dass die Spieler ihren Halt oder ihre Haltung verlieren. Scheinbar mühelos trotzen sie den Naturgesetzen, als wäre Schwerkraft ein Ammenmärchen und die Zentrifuge ihr natürliches Habitat. Und das wachsame Auge des Gesetzes, das die hochkant gekippte Drehbühne symbolisiert, blickt einen unentwegt riesenhaft und zyklopisch an. Kriegenburg macht aus Franz Kafkas unvollendetem Roman „Der Prozess“ ein virtuoses Stummfilm-Panoptikum mit einem gleich siebenfachen Josef K., einer multiplen, von Paranoia und sexuellem Hunger getriebenen Persönlichkeit, die sich in ihrem eigenen Wahnsystem verliert. Mit den eckigen Bewegungen und der maskenhaft überzeichneten Expressivität eines Buster Keaton hetzt K. im Fieber durch das Stationendrama seiner Passion, um überall nur seinem Alter Ego zu begegnen. Ein Unglücksclown und dämonischer Bürokrat im Teufelskreis seiner Ticks und Phobien, stolpert er von einer Slapsticknummer zur nächsten. Wie ein Hexenmeister hat Andreas Kriegenburg den Roman zu einem betörenden Bilderspuk ebenso surrealer wie raffinierter Gruppenchoreographien und Chorszenen verdichtet. Ein Fahrgeschäft des Wahnsinns ist dieser Abend, in Gang gesetzt von einem bildmächtigen Augenzauberer und Bühnenpoeten.