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Wunschkonzert

Schauspiel Köln
von Franz Xaver Kroetz

Regie Katie Mitchell
Bühne und Kostüme Alex Eales
Video Leo Warner
Musik Paul Clark
Sounddesign Gareth Fry
Licht Magnus Kjellberg, Michael Frank
Dramaturgie Rita Thiele

Mit
Therese Dürrenberger
Laura Sundermann
Birgit Walter
Julia Wieninger
Stefan Nagel

Tonkünstler (Live-Performance) Simon Allen/Julia Klomfaß
Streichquartett Tiziana Bertoncini, Johannes Platz, Marei Seuthe, Radek Stawarz
Live-Kamera Stefan Kessissoglou, Sebastian Pircher

Premiere 5. Dezember 2008
Dauer 1h 20, keine Pause

Publikumsgespräch
Mi 6. Mai 22:45
Moderation Birgit Lengers

Die Bühne des Kölner Schauspielhauses ist rappelvoll. Videokameras, ein Streichquartett in einem schalldichten Raum, Keyboards, ein präparierter Flügel, im Hintergrund ist eine komplette Einzimmerwohnung aufgebaut. Hier wird gedreht, und zwar in Echtzeit. Auf einer großen Leinwand sieht man, wie eine Frau von der Arbeit nach Hause kommt, ein paar Scheiben Käse und eine Gewürzgurke isst, kurz den Fernseher einschaltet, wo das Quiz „Was bin ich?“ mit Robert Lembke läuft. Sie macht den Apparat aus, hört lieber Radio, ein Wunschkonzert mit Bach, Mozart und Beethoven. Die Musik gibt keinen Trost. Sie verstärkt die Einsamkeit. Die Frau geht ins Bett, ihre Augen bleiben offen. Irgendwann schluckt sie Schlaftabletten, mehrere Packungen, spült die Pillen mit Sekt runter. Franz Xaver Kroetz wollte mit seinem Stück „Wunschkonzert“ Anfang der siebziger Jahre auf die stillen Selbstmorde hinweisen, die kaum jemand bemerkt. Dieser sozialpolitische Aspekt des Stückes rückt in Katie Mitchells Kölner Inszenierung in den Hintergrund. Die britische Regisseurin und der Videokünstler Leo Warner zeigen, wie Bilder entstehen, wie ein Filmteam scheinbar Realität produziert. Kein Geräusch entsteht wirklich, jedes Öffnen einer Tür, jedes Hinauspressen einer Tablette wird live synchronisiert. Wenn eine Szene beendet ist, springen die Schauspieler sofort aus der Rolle und eilen in die nächste Position. Die Zuschauer können selbst entscheiden, ob sie sich auf den live entstehenden Film oder auf das Drumherum, die Dreharbeiten konzentrieren.