| aktuelle Website | Impressum | Sitemap | mobil     || English
| Home | Theatertreffen | Programm | Gastspiele
| Programm
| Gastspiele
Öffnet die Druckansicht in einem neuen Fenster

Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir

Christoph Schlingensief / RuhrTriennale 2008
Fluxus-Oratorium von Christoph Schlingensief

Konzept und Regie Christoph Schlingensief
Bühne Thomas Goerge, Thekla von Mülheim
Kostüme Aino Laberenz
Licht Voxi Bärenklau
Filmmontage und Video Heta Multanen
Sounddesign David Gierth
Dramaturgie Carl Hegemann

Mit
Margit Carstensen, Angela Winkler, Mira Partecke, Komi Mizrajim Togbonou, Stefan Kolosko, Karin Witt, Horst Gelonnek, Kerstin Grassmann, Norbert Müller, Achim von Paczensky, Klaus Beyer

Sängerinnen Friederike Harmsen, Ulrike Eidinger
Komposition, Schlagzeug Michael Wertmüller
Korrepetitor, Orgelspieler Dominik Blum

Gospelchor Angels Voices
Kinderchor der Regenbogen-Schule Neukölln
und Statisten

Uraufführung 21. September 2008
Gebläsehalle, Landschaftspark Duisburg-Nord
Dauer ca. 1h 40, keine Pause

Publikumsgespräch
So 3. Mai 20:15
Moderation Barbara Burckhardt

Das Gastspiel wird ermöglicht durch den Beauftragten der Regierung für Kultur und Medien, den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW und die Aventis Foundation.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien    Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen  
   Kunststiftung NRW     Aventis Foundation

Als großer Leidensmann und heiliger Narr hat sich der Künstler Christoph Schlingensief seit jeher selbst inszeniert, konsequent und mitreißend macht er auch seine lebensbedrohliche Krebserkrankung zum Anlass und Thema einer spektakulären Theateraktion. Der Spielraum ist eingerichtet wie eine katholische Kirche, in Weihrauch und Kerzenschein künden schwarze Sängerinnen, Kinder in Messdienergewändern sowie die Schauspielerinnen Angela Winkler und Margit Carstensen von Schlingensiefs Krankwerdung und vorläufiger Genesung. Auf diversen Leinwänden laufen wackelnde Filmbilder aus dem Schlingensief’schen Amateurfilm-Familienschatz und Aufnahmen des Patienten im Krankenhaus, wo er in einem Bett liegt und „Bitte nicht berühren!“ schluchzt. „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ ist einerseits eine furios theatralisierte Krankenakte und ein vom zu Betrauernden selbst angerichtetes Requiem zu Lebzeiten. Andererseits ist es eine Huldigung an Schlingensiefs Übervater Joseph Beuys und die Künstler des Fluxus, denen das Leben (und Sterben) selber als Kunstwerk galt. Ein Abend voller Mut zum Kitsch, höchst ergreifend und von einer Unmittelbarkeit, der man im Theater selten begegnet; eine Demonstration von Poesie, Trauer und Wärme, der all jene überraschen wird, die Schlingensief bloß immer als Zyniker, als Provokateur und als Clown missverstehen wollen.