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| MaerzMusik 2007
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MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik

16. bis 25. März 2007

ALPENMUSIK ↔ STADTMUSIK ↔ TURMMUSIK: MaerzMusik 2007 stellt den Kontrast und das Wechselspiel zwischen Lokalem und Globalem, zwischen Ländlichem und Städtischem, zwischen Entlegenheit der Bergwelt und urbaner Verdichtung, zwischen Naturklängen und zivilisatorischer Geräuschkulisse ins Zentrum. Musik aus dem Alpenraum, mit einem Schwerpunkt auf der Schweiz, aber auch mit Künstlern aus Österreich, Norditalien und Slowenien, steht für diesen dialektischen Diskurs. Die Auswahl orientiert sich an der Idee, wie alpine Landschaft und lokale traditionelle Kultur als Inspiration, Materialquelle und Analogie in neuer Musik einen direkten oder auch einen sehr verdeckten Widerschein finden, bis hin zur bewussten Negation und Parodie. Umgekehrt geht es auch um die Frage nach Erhalt, Pflege und Neuinterpretation traditioneller Volksmusik.
| zum Programm allgemein

Das Festival eröffnet mit der Orchester-Rauminstallation fichten. des Grazers Klaus Lang. Die in einem stilisierten Wald lagernden Zuschauer könnten in dem sie umgebenden diffusen Orchesterklang an eine nebelverhangene Berglandschaft denken. Das Collegium Novum Zürich bringt ein Programm Schweizer, österreichischer und deutscher Komponisten, bei dem „Ton“, „Intonation“, Bild und Mundarten der Alpen den hintergründigen Leitfaden bilden. Ähnliches gilt für das Hamburger Ensemble Resonanz, u.a. mit einer „Gebirgsmusik“ von HK Gruber, einer Uraufführung für 24 „umgestimmte“ Streicher von Edu Haubensak und einem neuen Werk von Beat Furrer. Das Ensemble Contrechamps aus Genf, erstmalig in Berlin, zeichnet ein Portrait von Stefano Gervasoni aus Bergamo, umrahmt von Werken des Altmeisters Klaus Huber und der jungen Westschweizerin Claire-Mélanie Sinnhuber.
| zum Thema „Alpenmusik“

Das Leben in Großstädten ist der Mehrzahl der Menschen zur zweiten Natur geworden. Städte sind Orte der Innovation, des Experiments, der Kommunikation, der Anonymität. Städte sind riesige Steinbrüche an Musiken, Klängen und Geräuschen. Städte sind wie die Alpen als Landschaften lesbar und begehbar, mit Gipfeln, Tälern, Schluchten, Ebenen und Höhlen. Der Flaneur ersetzt den Wanderer und Bergsteiger. Projekte, die urbane Intensität ausstrahlen, finden sich vorwiegend in der nächtlichen SONIC ARTS LOUNGE. Hardcore Chambermusic, das Etikett des Schweizer Trios Koch-Schütz-Studer trifft – pars pro toto – den Kern eines neuen Typs von Ensemblemusik an der Schnittstelle von Komposition und Improvisation, akustischen Instrumenten und digitaler Technologie. MaerzMusik stellt daneben Polwechsel, Steamboat Switzerland und das Workshopprojekt grep vor, nebst einer Lounge mit Linux-Elektronikern. Im Kontrast dazu steht das nächtliche Orgelkonzert des österreichischen Aktionisten Hermann Nitsch in der Heilig-Kreuz-Kirche.
| zum Thema „Stadtmusik“

Nicht nur Kirchtürme, jegliche Türme verkörpern das angstlustige Streben nach Höherem, nach Erhabenheit, nach Schau und Übersicht, aber auch Risiko und Hochmut, den Affekten des Gipfelsturms durchaus vergleichbar. Türme ersetzen Berge. Buchstäblich an der Spitze der TURMMUSIK steht die Babylonische Schleife, die Moritz Gagern für das Drehrestaurant des Berliner Fernsehturms konzipierte. Walking in the limits von Heinz Reber schaut aus dem 30. Stock des Hotels am Alexanderplatz auf das eigene Leben, die Liebe, die Trennung, die Gesellschaft. Auch die weiteren Musiktheaterprojekte verknüpfen die Leitthemen des Festivals mit (auto)biographischen Motiven. In der Uraufführung von Physics for the Girl in the Street verschmilzt die Irin Jennifer Walshe ihre eigene Stimme mit obskuren Aufnahmen wirklicher und unwirklicher Personen zu einer rätselhaften mesmerischen Séance. Mela Meierhans lässt Tante Hänsi über den Umgang mit dem Tod und den Toten im abgelegenen Heimattal zu Wort kommen – die Jodel und Juuchzer der 19 Bauern und Handwerker aus der Innerschweiz versetzen Berge.
| zum Thema „Turmmusik“

Matthias Osterwold

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