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INTERVIEW

Angela Schanelec, Filmemacherin, hat „Macbeth“ und „Drei Schwestern“ übersetzt. Mit ihr sprach Irmgard Berner.

Was reizt Sie daran, Stücke zu übersetzen?
Die Sprache. Es interessiert mich, was und wie man auf einer Bühne sprechen kann, und zwar auf Grundlage dieser Stücke.

Bei „Macbeth“ gehen Sie freier mit der Sprache um, als bei „Drei Schwestern“. Warum?
Bei Shakespeare ist es ganz etwas anderes als bei Tschechow.
Ich kann kein Russisch. Von Arina Nestiava wird eine Rohübersetzung gemacht. Damit arbeite ich dann. Man muss in den Fluss des Schreibens kommen, immer wieder von vorne anfangen, mehrere Durchläufe machen, um was zu begreifen, einen Ton aufzunehmen.
Shakespeare übersetze ich direkt aus dem Englischen. Noch ein, der maßgebliche Unterschied: Es sind Verse und Reime. Bei Shakespeare übersetze ich Vers für Vers, es ist sehr kompliziert.
Unsere Vorgabe war ganz klar: Versmaß und Rhythmus absolut einzuhalten! Diese Aufgabe birgt Möglichkeiten, von denen man erstmal nichts weiß. Durch die Verse kommt man zu ganz anderen Äußerungen und Erfindungen.

Ändert sich der Text bei den Proben?
Jürgen Gosch fallen während der Proben Dinge auf, die so nicht gehen, dann machen wir es noch mal anders.

Sind Sie immer einverstanden mit dem, was Gosch auf der Bühne macht?
Einverstanden? Das sind zwei völlig unterschiedliche Schritte. Mit der Inszenierung habe ich überhaupt nichts zu tun!
Was während der Proben entsteht, wirkt sich später aus auf die Übersetzung, ich ändere. Aber ich habe beim Schreiben keine Vorstellung, wie es am Ende aussehen müsste, das wäre anmaßend.

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