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SPIELORT

Biobäcker, Boutiquen, Bratwurst

„Wann sehen wir uns in dieser Welt? Bei Donner, Blitz, wenn Regen fällt?“ fragt die erste Hexe aus Shakespeares „Macbeth“ ihre Kumpaninnen. Besucher des Theatertreffens beunruhigt etwas Anderes: Wohin kann ich gehen? Nach einem Shakespeare, Tschechow oder Schiller?

Auf den ersten Blick scheint diese Frage schwer zu beantworten, denn in der Schaperstraße gibt es außer dem Spiegelzelt der „Bar jeder Vernunft“ nicht viel Spannendes. Geht man allerdings am Haus der Berliner Festspiele vorbei, stößt man auf den Fasanenplatz: ein kleines begrüntes Rondell, das von hohen Bäumen gesäumt wird und auf dem ein pittoresker roter Feuermelder steht. Dort entdeckt man neben einer hell leuchtenden Piano Bar den „Rum Trader. Das Institut für Fortgeschrittenes Trinken“. Es ist so klein, dass darin nur fünfzehn Menschen einen Sitzplatz finden, doch es hat umso mehr Alkoholisches im Angebot. Biegt man in die Ludwigkirchstraße ein, reihen sich die verschiedensten kleinen Läden aneinander, wobei Nagel und Kosmetikstudios eindeutig dominieren. Dazwischen: Biobäcker, Restaurants, Boutiquen, auch die Fleischerei Hinkel. Mit ihrer „Joghurt-Bratwurst“ wirbt sie um fitte Kunden und wenn die fitte Geldbeutel haben, können sie sich auch die anderen Dinge leisten, die diese teure Straße zu bieten hat. Wer nichts kaufen will, kann schlendern.

Dies hat bestimmt auch Heinrich Mann getan. Er wohnte in der Fasanenstraße 61, wo nun ein Geschäft für dekorative Floristik seinen Platz hat. Heute erinnert an ihn nur noch eine kleine Gedenktafel.
Melanie Fuchs

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