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EDITORIAL

Die Macher der tt festivalzeitung haben die BMW Group als Förderer des Projekts angefragt, unsere „persönliche Meinung zur Lage der Theaterkritik oder eine Anekdote während eines Theaterbesuchs“ kundzutun. Die Kritik zur Situation des deutschen Theaters wollen wir als Automobilhersteller genau so besser den Experten überlassen wie die Schilderung bemerkenswerter Begebenheiten aus der Welt des Schauspiels. Uwe Vorkötter, der Chefredakteur der Berliner Zeitung, hat hier vor einigen Tagen richtig gestellt, dass der Kritiker Kritiker sei und eben nicht Intendant, Regisseur oder Schauspieler. „Kein politischer Journalist wird aufgefordert zu beweisen, dass er besser regieren kann als die Kanzlerin“. Kein Unternehmer sollte sich sinngemäß an dieser exponierten Stelle des Editorials „erdreisten“, seine persönlichen Befindlichkeiten über die Schauspielerei als Privatmann zum Besten zu geben. Gleichzeitig wollen wir uns aber die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ein Editorial für dieses wunderbare Zeitungsprojekt zu verfassen.

Als langjähriger Partner und Förderer ist die BMW Group 2006 bereits zum fünften Mal mit von der Partie. Der interessierte Leser mag sich fragen, was ein Theatertreffen mit der BMW Group zu tun hat. Nur wenn wir Kultur erhalten und fördern, können wir auch für nächste Generationen unsere Identität bewahren.

Genau an diesem Punkt setzt das Verständnis der BMW Group an: Für uns ist es als ein Unternehmen, das in 120 Ländern vertreten ist und seit rund 30 Jahren Kunst und Kultur fördert, selbstverständlich, diese außerökonomischen Aufgaben zu übernehmen. Die Prämissen dabei lauten gegenseitiger Respekt und die absolute Freiheit des kreativen Potentials. Nur so kann gewährleistet werden, dass Kunst nachhaltig bestehen wie zweckfrei bleiben kann.

Den Nachwuchsjournalisten der tt festivalzeitung wünschen wir die notwendige Leidenschaft und einen ungebändigten Wissensdurst. „Die schlimmste Form der Zensur ist die Selbstzensur“, hat Susan Sontag einmal bemerkt – und seine Leser sollte man niemals für dumm verkaufen. Anspruchsvolle Kritik bleibt genau so essentiell wie junge Journalisten mit einer soliden Fachausbildung und großem Interesse weit über den eigenen Tellerrand hinaus. Die Lektüre des Wirtschaftsteils mag dabei ebenso hilfreich sein wie die des Feuilletons. Ihnen und dem Projekt wünschen wir in diesem Sinne viel Erfolg!

Richard Gaul
BMW Group
Leiter KonzernKommunikation und Politik

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