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Cong Su: Welt im Quecksilberlicht

INTERKULTUR | MUSIKTHEATER
Cong Su Welt im Quecksilberlicht
Musiktheater nach Gedichten von Gu Cheng
Libretto von Michael Schindhelm (2005) UA/AW

Chen Shi-Zheng · Inszenierung
Renchang Fu · musikalische Leitung
Yoshio Yabara · Ausstattung/Kostüme

Dong-Jian Gong · Bass
Li Yanan · Sopran
Die Maulwerker · Chor

Leigh Haas/flora&faunavisions · Video Design
Matthias Kirschke · Klangregie
Veit Gries · Licht Design
Gregor Luft · Technische Leitung
Kathrin Veser · Regieassistenz
Kathrin Veser/Katherine Quigley · Produktionsleitung

In Chinesisch mit deutschen Übertiteln

MaerzMusik | Berliner Festspiele in Koproduktion mit Hebbel am Ufer HAU, Theater Basel und Brisbane Festival, in Zusammenarbeit mit Berliner Künstlerprogramm des DAAD, gefördert durch Hauptstadtkulturfonds

18:30 Werkeinführung
mit Cong Su, Michael Schindhelm und Chen Shi-Zheng
Moderation · Matthias Osterwold

Gegenstand des Librettos ist die Dichtung des chinesischen Lyrikers Gu Cheng. Gu Cheng zählt zu den wichtigsten Dichtern Chinas seiner Generation.

Seine Kindheit wurde von der Kulturrevolution Maos, seine Jugend von der kurzen Tauwetterperiode nach dessen Tod, sein späteres Leben durch Exil und Entfremdung geprägt. Cheng, als junger Mann von Peking aus nach Neuseeland und Europa gelangend, hat ein ganzes Jahr auf Einladung des DAAD im Nachwende-Berlin verbracht und ein existentialistisch-taoistisches Werk geschaffen, in welchem seine persönlichen Fragestellungen nach Identität und modernem Bewusstsein auf der Grenze zwischen kulturellen und zeitlichen Epochen reflektiert wird. Das Libretto thematisiert diese Fragestellung unter Zuhilfenahme diverser Gedichte aus den Zyklen Quecksilber und Der Einzug der Geister in die Stadt. In narrativer Form wird ein Plot gestaltet, in dessen Mittelpunkt eine Person steht, die auf einer Straße in Berlin bewusstlos aufgefunden wird und nach dem Wiedererwachen feststellt, ihre Identität verloren zu haben. Niemand weiß, wer dieser Mensch ist. Polizeiliche, öffentliche, diplomatische Recherchen bleiben ohne Erfolg. Ohne Identität, jedoch mit dem Bewusstsein einer fremden Herkunft, geht die Hauptfigur einer dramatischen Selbstinfragestellung entgegen. Für Welt im Quecksilberlicht erweitert Cong Su die Tonfarben der live gespielten Instrumente im Computer und verschmilzt die ausgearbeiteten Klangfarben durch die technischen Möglichkeiten des Computers bei der Aufführung mit den menschlichen Stimmen. Su setzt sich auch intensiv mit dem theatralischen Stoff auseinander: Welt im Quecksilberlicht steht in der mehr als zweitausend Jahre alten Tradition des weit über China hinaus verbreiteten Gui Xi Theaters, das sich mit Geistern im Sinne des Taoismus beschäftigt. Su knüpft an diese Tradition an, wenn er die Naturstimmung in musikalische Innenwelten überträgt.