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AUSSTELLUNG

gelbe Musik
23. März bis 31. April 2006
Rolf Julius
Partituren & Musikreste
In Kooperation mit MaerzMusik | Berliner Festspiele

Eröffnung: Mittwoch 22. März 17:00
Öffnungszeiten
Di–Fr 13:00–18:00
Sa     11:00–14:00

Es ist rund oder oval, klein oder groß, hier ist es dicht, dort ganz dünn, hier rau, dort samtig weich. Es ist laut oder leise und manchmal ganz still. Es ist ein Bild, ein Klang, ein Körper und es ist Musik. Es ist Musik von Rolf Julius. Musik zum Sehen und Hören. Musik, die immer präsent ist, dennoch so erscheint, wie sie verschwindet. Sie entsteht in dem Moment, wo unsere Sinne den Dingen Aufmerksamkeit schenken, wo wir in ihnen Qualitäten entdecken, die uns eine Ahnung ihres Wesens offenbaren. Dieses Wesen, in Ruhe und Bewegung zugleich, scheint frei in Raum und Zeit, führt Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft zusammen. Rolf Julius präsentiert Zustände, das „da Sein“ und „Sich-Bewegen“ der Dinge. Die Form und das Material sind einfach und minimalistisch, und die Art der Präsentation bzw. ihr Medium kann sehr vielfältig sein, hörbar oder still, sichtbar oder unsichtbar.

Die „Partituren“ von Rolf Julius sind das Resultat seiner jahrelangen Auseinandersetzung mit den Phänomenen Farbe, Form und Klang und ihren Zuständen. Die „Partituren“ sind eigentlich „nur“ Erscheinungsformen, Sammlungen von Einzelblättern, die uns in ihrer Folge und gemeinsamen Betitelung als „Konzert“ an eine Partitur erinnern und die tatsächlich zur Partitur werden, wenn wir sie als solche behandeln, sie spielen und „hören“. Entstanden sind die „Partituren“ bzw. „Konzerte“ und „Stücke“ aus einer Reihe von Fotografien, die Rolf Julius machte, um seine Pigmentarbeiten zu dokumentieren. Die Fotografien der runden, fast runden oder ovalen, schwarzen und roten Pigmentflächen übten solch eine Faszination aus, dass sie als eigenständiges Werk ästhetisch Bestand hatten. Der Ausdruck der Fotografien erfolgte mit Tintenstrahl auf leicht transparentem und strukturiertem Papier, das der „reinen“ Dokumentation ein neues Element hinzufügte. Die so entstandenen Blätter haben eine starke musikalische Wirkung, sie evozieren Klänge, Verläufe und Bewegungen.

Auch die „Musikreste“, präsentiert in der gelben musik, sind das Ergebnis einer Art Feldforschung von Rolf Julius auf dem Terrain der eigenen Arbeit. Es ist die Entdeckung des Ausgesonderten, des Verschnittenen, des „Falschen“, des Überflüssigen, des Alten und des Übersehenen oder Überhörten, aber des durchaus noch Bewahrten und in seiner Geschichte Lebendigen und Einzigartigen.

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