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Theater aus europäischen Netzwerken

Mit ihrer Wintersaison spielzeiteuropa wollen die Berliner Festspiele ein Experimentierfeld des Nachdenkens über Europa mit den ästhetischen Mitteln des Theaters und des Tanzes schaffen. Jetzt, zur zweiten Ausgabe der spielzeiteuropa, hat sich das Gebilde „Europa“ abermals problematisiert: Die Diskussion über den EU-Beitritt der Türkei hat sich verschärft. In der Ukraine hat es die friedliche „orangene Revolution“ gegeben. Und die Referenden über die EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden haben ein eklatantes Missverhältnis zwischen dem politischen Europa und der Bevölkerung aufgedeckt.

Europa lebt vom beständigen Wandel – und für diese Kontinuität des Wandels möchte spielzeiteuropa Resonanz- und Spielraum sein. Viele unserer Neu- und Koproduktionen entstehen in der Praxis internationaler Arbeitsbeziehungen und europäischer Netzwerke. Es geht dabei nicht nur um die Sicht von innen – wie sie Produktionen aus Frankreich, Dänemark oder Großbritannien zeigen –, sondern auch um den Blick auf Europa von den Rändern her. Passend zum türkischen Schwerpunkt der Berliner Festspiele in diesem Jahr präsentieren wir eine Uraufführung der Choreografin Aydin Teker aus Istanbul. Die außereuropäische Perspektive bringt das Theater X aus Tokio mit Jossi Wielers hochgelobter Inszenierung „Yotsua Ghost Story“ mit.

spielzeiteuropa macht aus dem Haus der Berliner Festspiele während der Wintermonate wieder ein regelmäßig bespieltes Theater. In den sechziger Jahren war die Freie Volksbühne unter ihrem Intendanten Erwin Piscator eine der avanciertesten Stätten des politisch-aufklärerischen Theaters, mit Uraufführungen von Peter Weiss, Rolf Hochhuth und Heinar Kipphardt. Wir wünschen uns, dass dieses Theater wieder eine feste Größe im kulturellen Stadtplan Berlins ist – und eine ständige Adresse des europäischen Theaters.

Joachim Sartorius
Intendant Berliner Festspiele
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