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Philoktetes

von John Jesurun
Uraufführung

Text, Regie, Design, Video · John Jesurun
Lichtdesign · Jeff Nash
Technische Leitung · Richard Connors

Mit
Jason Lew, Darren Pettie und Ching Valdes

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer ca. 1h.

Dank an Ellen Stewart, La Mama, Irene Young, Kirk Winslow, Kaiitheater

Publikumsgespräch 11. Dezember
im Anschluss an die Vorstellung


Philoktet wurde vom Griechenheer auf dem Weg nach Troja wegen einer stinkenden Wunde am Fuß auf der Insel Lemnos zurückgelassen. Fast zehn Jahre lebt er dort in elender Einsamkeit – bis Odysseus und sein Begleiter Neoptolemos ihn wieder für den Krieg gewinnen wollen. Denn Philoktet besitzt den Bogen des Herakles und dessen nie fehlende Pfeile, ohne die Troja, einem Seherspruch zufolge, nicht besiegt werden kann.

Wie in der gleichnamigen Tragödie von Sophokles setzt Jesuruns „Philoktetes“ mit dem Besuch der beiden Krieger auf Lemnos ein. Ist es nur die Wunderwaffe des Ausgestoßenen, die sie zu ihm führt? Philoktetes gibt vor, ein anderer zu sein – der, den sie suchten, sei tot. Drei ausgebrannte Militärs belagern sich gegenseitig, mit Täuschungsmanövern, aggressiven Sprüchen von Tod und Unterwelt, in einem Nebel aus Drogen und Alkohol. Die Sprache flimmert zwischen Antike und Gegenwart: Dieser „Philoktetes“ kennt alle Zeiten, in denen Krieger an ihrem Handwerk verrohen, anstatt im hellen Licht des Heldentums zu stehen.

Jesurun schrieb das Stück 1993 für Ron Vawter, einem der wichtigsten Schauspieler der Wooster Group. Wegen Vawters frühem Tod kam die mit ihm als Philoktet geplante Uraufführung nicht mehr zustande. „Philoktetes“ ist ein weiteres wichtiges Beispiel für Jesuruns bühnengestaltenden Einsatz von Video.