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Eraritjaritjaka - Museum der Sätze

von Heiner Goebbels
nach Texten von Elias Canetti

Konzeption, Regie und Musik · Heiner Goebbels
Bühne und Lichtdesign · Klaus Grünberg
Live-Video · Bruno Deville
Kostüme · Florence von Gerkan
Sounddesign · Willi Bopp
Dramaturgie, Mitarbeit Regie · Stephan Buchberger

Mit
André Wilms und dem Mondriaan-Quartett, Amsterdam:
Jan Erik van Regteren Altena, Edwin Blankenstijn,
Annette Bergman, Eduard van Regteren Altena

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer 1h 30, keine Pause

Produktion Théâtre Vidy-Lausanne E.T.E.

In Koproduktion mit
schauspielfrankfurt, Migros Kulturprozent,
T & M – Odéon Théâtre de l’Europe,
Wiener Festwochen und
spielzeiteuropa | Berliner Festspiele

Mit Unterstützung der Stiftung Landis & Gyr
Gefördert vom Programme Culture 2000
(UTE – Union des Théâtres de l’Europe, Réseau Varèse)

Publikumsgespräch 13. November
im Anschluss an die Vorstellung


In seinem neuesten Stück fügt der Komponist und Regisseur Heiner Goebbels virtuos Klänge und Bilder mit Texten Elias Canettis zu einem szenischen Gesamtkunstwerk zusammen. Das „Canetti-Projekt“ ist der letzte Teil einer Trilogie mit dem französischen Schauspieler André Wilms; wieder ist das Thema die Wahrnehmung und Weltaneignung des Einzelnen, wie sie sich in Tagebucheintragungen und Notizen äußert, in diesem Fall Canettis. In kurzen, scharf pointierten Sätzen nimmt der 1994 verstorbene Literaturnobelpreisträger die Menschen und ihr Verhältnis untereinander ins Visier, die Sprache, die Musik, die Tätigkeit des Dirigenten, die kleinen Gewohnheiten und Eitelkeiten, das lächerliche Diktat der Ordnung. Neben Textpassagen aus den mehrbändigen „Aufzeichnungen“ der 40er bis 90er Jahre („Die Provinz des Menschen“, Die Fliegenpein“ u.a.) und aus „Masse und Macht“ begegnet man auch der Hauptfigur aus Canettis einzigem Roman „Die Blendung“, dem pedantischen Einzelgänger Professor Kien. Den rätselhaften Titel „Eraritjaritjaka“ fand Goebbels ebenfalls bei Canetti. Er bezeichnet in Aranda, einer Sprache australischer Ureinwohner, einen Gemütszustand „beseelt vom Verlangen nach etwas, das verloren gegangen ist“.

Das Amsterdamer Mondriaan-Quartett liefert die Musik zu diesem hochkonzentrierten Abend. Gespielt wird Streichquartettliteratur hauptsächlich des 20. Jahrhunderts, u. a. von Schostakowitsch, Ravel, George Crumb, und von Heiner Goebbels selbst.