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Bewegung in Ungarn - Neue Tendenzen in Theater / Film / Kunst

Dialogreihe 1
Dialogreihe mit internationalen Gästen

Es diskutieren
György Dalos, István Eörsi, Béla Pintér und Ottó Tolnai.
Moderiert wird das Gespräch von Prof. Dr. András Masát,
Direktor des Collegium Hungaricum Berlin.

In deutscher und ungarischer Sprache mit Simultanübersetzung
Eintritt frei

Im Rahmen von spielzeiteuropa findet eine Gesprächsreihe mit Gästen aus den europäischen Nachbarländern statt. Dreimal sonntags, einmal samstags, jeweils um 17 Uhr, diskutieren Künstler, Journalisten und Politiker Themen, die im Kontext der eingeladenen Inszenierung stehen und darüber hinaus einen Blick auf die aktuelle Situation im Land werfen.

Mit der Dialogreihe setzt sich fort, was die spielzeiteuropa als Ganzes verfolgt: einen von vielen unterschiedlichen Stimmen erfüllten „Resonanzraum für Europa“ zu bilden. Im besten Fall gelingt ein Dialog als Austausch von neuen Gedanken und als Vermittlung von hier Unbekanntem.
Zum Auftakt im November mit dem Schwerpunkt Ungarn trifft eine prominente Autorenrunde mit dem jungen Regisseur Béla Pintér zusammen.

Ungarn, einst die fröhlichste Baracke im sozialistischen Lager, ist heute, was seine Kultur angeht, für uns ein beinahe unbekannter Nachbar. Es sind vor allem die Autoren, die in jüngster Zeit zwischen den beiden Kulturen vermittelt und das Interesse aneinander wachgehalten haben. Dennoch kann man kaum behaupten, die ungarische Kultur der Gegenwart wäre hier im Einzelnen gut bekannt. Im Theater betritt der deutsche Zuschauer gleichsam Neuland; im Kino erlebt der international einst hochstehende ungarische Film soeben eine Art Fortsetzung; in der bildenden Kunst taucht Ungarn zumeist im Kontext von ost-mitteleuropäischen Gruppenausstellungen auf. Ein Defizit, ohne Frage. Die Diskussion „Bewegung in Ungarn“ eröffnet dem Publikum die Möglichkeit einer ersten Neuorientierung und zugleich einen Hintergrund für die beiden ungarischen Gastspiele bei spielzeiteuropa „Roncsolt Kópia“ und „Csak egy szög“.

Auf dem Podium:

György Dalos, geb. 1943, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Dalos war als junger Autor Mitglied der Ungarischen KP, bis er 1968 wegen „staatsfeindlicher Aktivitäten“ Berufs- und Publikationsverbot erhielt. Die Auseinandersetzung mit dem „Gulaschkommunismus“ und seinen Folgen durchzieht sein erzählerisches und essayistisches Werk, zum Beispiel in dem Roman „Seilschaften“ (DuMont 2002). Zuletzt erschien „Ungarn in der Nussschale. Geschichte meines Landes“ (C. H. Beck 2004), eine Reise durch die ungarische Historie bis in die unmittelbare Gegenwart.

István Eörsi, geb. 1931, Dramatiker und Dramaturg, Budapest.
Eörsi zählt zu den wichtigsten ungarischen Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Seine Stücke sind hintergründige Farcen und Grotesken der Diktaturerfahrung, so etwa das 1965 entstandene Stück „Das Verhör“, das George Tabori 1984 an der Berliner Schaubühne uraufführte. Zuletzt auf Deutsch erschienen: „Der rätselhafte Charme der Freiheit“, Essays (Suhrkamp 2003).

Béla Pintér, geb. 1970 in Budapest, Schauspieler, Regisseur, Dramatiker.

Ottó Tolnai, geb. 1940, Lyriker, lebt in Palics, Serbien. Geboren und aufgewachsen in der ungarischsprachigen Vojvodina im Nordosten Serbiens, gehört Tolnai als Dichter und Prosaschriftsteller, als Kritiker und Herausgeber zu den wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen ungarischen Literatur. Als „Orpheus vom Lande“ hat er sich einmal mit bitterer Ironie bezeichnet. Tolnai hält sich zur Zeit als Stipendiat des DAAD in Berlin auf. Zuletzt erschien auf Deutsch „Ich kritzelte des Akazienwäldchen in mein Heft. Vier Erzählungen“ (edition per procura 2002).