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Harald Schmitt – Sekunden, die Geschichte wurden

Fotografien vom Ende des Staatssozialismus
3. Oktober 2009 bis 18. Januar 2010

Veranstalter
Berliner Festspiele. Mit freundlicher Unterstützung von stern, Nikon und Hewlett Packard.
Kuratorin Gisela Kayser
Medienpartner rbb Inforadio, rbb Kulturradio

Der Martin-Gropius-Bau präsentiert im Herbst 2009 erstmals die beeindruckenden Aufnahmen des Fotoreporters Harald Schmitt. Es werden 120 Fotografien gezeigt mit politischen und gesellschaftlichen Schwerpunkten. Vorwiegend entstanden sie in der ehemaligen DDR, in der Sowjetunion, der ehemaligen CSSR, Polen, Lettland, Litauen und China.

Bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts glichen die Länder Osteuropas einem großen monolithischen Block. Sie alle waren der Vorherrschaft der Sowjetunion unterworfen, zwangsvereint in einem Militärbündnis, regiert von ähnlichen politischen Kasten, beherrscht von einer Weltanschauung und drangsaliert von der Zensur. Dann aber kam es in diesem gewaltigen Imperium an immer neuen Schauplätzen zu Eruptionen und schließlich zur Erosion des gesamten Ostblocks.

Fotos dieser Umbrüche waren im Westen gefragt, aber schwer zu bekommen. Die eindrucksvollsten druckte der stern. Oft stammten sie von Harald Schmitt. Kaum ein Fotoreporter war in den achtziger Jahren so nah am Geschehen: ob bei den großen Inszenierungen der Macht oder den kleinen Momenten des Widerstandes. In Schmitts Aufnahmen der Menschen im Staatssozialismus und in den Orten des Umbruchs sind die großen Veränderungen dieser Zeit spürbar. Immer wieder hielt er jene Sekunden fest, die dann Geschichte wurden.

Harald Schmitt, geboren am 2. März 1948 in Hausen/Mayen, arbeitete nach seiner Ausbildung zum Fotografen bei der Trierischen Landeszeitung. Im Anschluss war er drei Jahre Sportfotograf bei Dieter Frinke in München bis zu den Olympischen Spielen in München 1972. Im selben Jahr wechselte er zur Fotoagentur Sven Simon, Springer jun., nach Bonn und begann Politik- und Wirtschaftsthemen zu fotografieren. 1974 ging der Fotograf für ein Jahr nach Paris und Nizza, fotografierte bei Dreharbeiten und Homestories bei Schauspielern, kehrte jedoch zu seiner vormaligen Agentur nach Bonn zurück. Hier konzentrierte er sich verstärkt auf eigene Projekte wie den Wahlkampf in Amerika mit dem späteren Präsidenten Carter, Streiks in England, den Beginn der Sozialistischen Internationale in Spanien, Italien, Portugal, Kriegsschauplätze in Vietnam, Kambodscha, Rhodesien, Südwestafrika und Irland. Seit 1977 arbeitete Schmitt als Fotoreporter des stern und lebte von da an sechs Jahre als akkreditierter Fotograf in Ost-Berlin. In dieser Zeit begleitete er Erich Honecker nach Japan und Sambia, machte Reportagen über die sozialistischen Nachbarländer. Im Jahr 1983 wurde das Visum von der DDR-Regierung nicht mehr verlängert.

Harald Schmitt hat über 110 Länder bereist und Reportagen zu den verschiedensten Themen fotografiert. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen u. a. sechs World Press Photo Awards. Heute ist Harald Schmitt von Hamburg aus tätig, im Dienst des stern.

In den begleitenden Texten zur Ausstellung erschließt sein Kollege, stern-Autor Peter Sandmeyer, historische Zusammenhänge und erzählt die Geschichten hinter den Bildern.

Pressestimmen

„Mut und Masse. Der Untergang des Ostblocks: Harald Schmitts Fotografien im Gropius-Bau“
Auf seinen Fotos, die nun zum 20. Jahrestag des Umsturzes im Berliner Martin-Gropius-Bau gezeigt werden, ist deutlich zu sehen, wie die Menschen etwas in Bewegung setzen, das über ihre Vorstellung hinausgeht.
Kai Müller in Tagesspiegel, 01.10.2009

Von den rund 400 000 im Auftrag jenes Magazins geschossenen Bildern sind etwa 120 jetzt im Martin-Gropius-Bau zu besichtigen. „Sekunden, die Geschichte wurden“ führen sie beispielhaft vor […] Die Ausstellung zeigt Bilder-Ikonen zur Geschichte. Ihre Interpretation unterliegt der Zeit.
Kilian Klenze in Neues Deutschland, 02.10.2009

Der Martin-Gropius-Bau präsentiert im Herbst 2009 beeindruckende Aufnahmen des Fotoreporters Harald Schmitt.
brennpunkt, Oktober bis Dezember 2009

„Wenn wo was war, war ich dabei“
Nachdem im Martin-Gropius-Bau zuletzt eine große Werkschau der Fotografin Herlinde Koelbl präsentiert wurde, folgt nun – am symbolträchtigen 3. Oktober ist Eröffnung – eine Ausstellung mit 120 Fotos aus jenen Jahren, als der implodierende Ostblock seinen machtlosen Machthabern nicht immer friedlich um die Ohren flog. „Sekunden, die Geschichte machten, zeigt Momentaufnahmen des Umbruchs, unter anderem aus der DDR, aus der Sowjetunion, aus Lettland, Litauen und China.
Joachim Mischke im Hamburger Abendblatt, 26.09.2009