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Rundlederwelten

Ausstellung
20. Oktober 2005 bis 8. Januar 2006

Veranstalter
Nationale DFB Kulturstiftung WM 2006 GmbH.
Im Rahmen des Kulturprogrammes zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2006. Offizieller Beitrag des Kunst- und Kulturprogramms der Bundesregierung zur FIFA WM 2006™.

Schirmherrschaft
Gerhard Schröder, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland

Kuratoren
Nach dem Konzept von Harald Szeemann
Kuratiert von Dorothea Strauss

Rundlederwelten war die bisher umfangreichste Ausstellung zum Thema Kunst und Fußball und der Höhepunkt im Kunst- und Kulturprogramms der Bundesregierung zur FIFA WM 2006™ in Zusammenarbeit mit dem OK FIFA WM 2006. Rundlederwelten war eine Ausstellung, die Körper und Geist vereint. Mal verspielt oder kritisch, verträumt und melancholisch, mal zynisch oder naiv, frech und enthusiastisch kreisten die Arbeit von über 70 Künstlerinnen und Künstlern aus 20 Nationen um die verschiedenen Inhalte, die das große Thema Fußball ausmachen: Der Ball, die Spieler, der Rasen, die Spielregeln, der Schiedsrichter, die Fans, die Medien und die Emotionen. Diese Themen wurden nicht einfach nur dokumentiert und bebildert, sondern vielmehr wurden die Besucherinnen und Besucher dazu verführt, ihre Fantasie schweifen zu lassen und durch die Kunstwerke in andere Gefilde vorzudringen.

So erschienen die großen Emotionen des Fußballs in vielen Arbeiten jedoch nicht immer direkt und unmittelbar, sondern wurden als Auslöser für ein humorvolles Spiel zwischen Verlierern und Gewinnern aufgegriffen: Der französische Künstler Jacques Julien zeigte ein übergroßes und vollständig demoliertes Tor, Olaf Nicolai verunsicherte den Betrachter mit seiner Torwand in schrillen Tarnfarben, die ein genaues Zielen eigentlich unmöglich macht. Das Starsystem manifestierte sich in dem Porträt, das Andy Warhol Ende der 1970er Jahre von Franz Beckenbauer schuf.

Der deutsche Künstler Michael Staab hatte ein „Büro für Desinformation“ eingerichtet: Alle Spielergebnisse der FIFA-WM 2006 schienen bereits entschieden zu sein, oder konnten wir die Resultate gar mitbestimmen? Wo beginnt das, was wir Realität nennen und wo enden unsere Wünsche und Träume? Die Bilder der österreichischen Malerin Maria Lassnig erzählten von Körpern am Rande der Veräußerung. Die deutsche Künstlerin Ingeborg Lüscher ließ in ihrer Videoarbeit „Fusion“ zwei Fußballmannschaften in Business-Anzügen spielen, der afrikanische Newcomer Robin Rhode inszenierte in seiner Videoarbeit ein Changieren zwischen Fiktion und Realität, der Schweizer Künstler und Kurator Stefan Banz widmete seine installative Arbeit dem Fußballtrainer Ottmar Hitzfeld und der ukrainische Künstler Boris Mikhailov (ver)führte uns auf einem Spaziergang durch die Leichtigkeit eines heiteren Nachmittags.

Rundlederwelten ist eine Ausstellung, die auf komplexe Weise zeigte, wie unerwartet, scharfsinnig, sorgfältig und zugleich entwaffnend Künstlerinnen und Künstler ein den Alltag prägendes Thema wie Fußball aufgreifen: Durch die Art und Weise ihres künstlerischen Umgangs entwickeln sie einen sinnlichen und zugleich nachdenklichen roten Faden durch unsere Wirklichkeit, unseren Alltag und somit unser Leben. Auf 2000 Quadratmetern tauchten alle Medien der Bildenden Kunst auf: Malerei, Video, Installationen, Zeichnungen, Plastiken und Fotografien von 74 internationalen Künstlern wurden gezeigt. Davon hatten 18 Künstler neue Arbeiten speziell für diese Ausstellung konzipiert.

Die Künstler
Federico Arnaud, Gustavo Artigas, Stefan Banz, Henry Bond & Liam Gillick, Jörg Boström, Roderick Buchanan, Daniele Buetti, Werner Büttner, Josef Dabernig, Stephen Dean, Esra Ersen, Tone Fink, Massimo Furlan, Laura Green, Andreas Gursky, Xenia Hausner, Jochem Hendricks, Julie Henry, Ehfa Hiltbrunner, Satch Hoyt, Jackson Pollock Bar, Ann Veronica Janssens, Norma Jeane, Jacques Julien, Martin Kippenberger, Lang/Baumann, Maria Lassnig, Steffen Lenk, Jérome Leuba, Sarah Lucas, Markus Lüpertz, Ingeborg Lüscher, Volker März, Maria Marshall, Boris Mikhailov, Jonathan Monk, Gianni Motti, Reinhard Mucha, Thomas Müllenbach, Rainer Neumeier, Olaf Nicolai, Odili Donald Odita, Paul Pfeiffer, Tobias Rehberger, Robin Rhode, Gerd Rohling, Anri Sala, Sam & Ben, Karin Sander, Volker Schrank/Bildkultur, Ulrike Schröter, Shirana Shahbazi, Oliver Sieber, Roman Signer, Dirk Skreber, Paul M. Smith, Dirk Sommer, Serge Spitzer, Daniel Spoerri, Michael Staab, Erik Steinbrecher, Juergen Teller, Grazia Toderi, Nasan Tur, Uri Tzaig, Till Velten, Thomas Virnich, Silke Wagner, Mark Wallinger, Andy Warhol, Thomas Werner, Erwin Wurm

Pressestimmen

DER SPIEGEL (Hamburg), 30.08.2004
Spiegel Gespräch „Das Kühnste Wagen“ mit Multikünstler André Heller:
Heller: Es sind schon Hunderte Projekte in Planung: Eine von Harald Szeemann kuratierte Schau im Berliner Gropius-Bau beschäftigt sich mit Fußball und Bildender Kunst.

Chistoph Siemens in DIE ZEIT (Hamburg), 29.11.2004
„Die Kunst als Coach“
Noch neun Monate bis zur Fußball-WM. Die Kultur rund um das Sportereignis läuft sich schon warm.

Stefan Osterhaus in Neue Züricher Zeitung, 21.10.2005
„Vom Altern junger Helden“
Am Donnerstag hat „Rundlederwelten“ die Pforten im Berliner Martin-Gropius-Bau geöffnet; es ist das Prunkstück des Kulturprogramms zur Fußball-WM 2006.

Kai Ritzmann in Berliner Morgenpost, 02.11.2005
„Kunst trifft Fußball“
Im Gropius-Bau geht es zwar um Fußball, aber es geht auch um Verwirrung und Verzauberung, um Dekonstruktion und Verfremdung der Fußballwelten.

Der Tagesspiegel (Berlin), 07.01.2006
Nicht um eine Bilderschau ging es im Martin-Gropius-Bau, sondern um grenzüberschreitende Begegnungen: Kunst trifft Fußball, Körper trifft Geist – auf diesen Nenner lassen sich die 200 Werke bringen, die seit Oktober zu sehen sind.