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Taswir – Islamische Bildwelten und Moderne
5. November 2009 bis 18. Januar 2010

„Schrift aus Licht“
Mit der Kalligraphie und dem legendären „Himmlischen Qur’an“, einem sakralen Ur-Buch, beginnt die Ausstellung. Der Sage nach sind die Seiten der „Mutter aller Bücher“ aus rotem Hyazinth, die Schrift aus Licht, aus dem Gott Himmel und Erde schuf – alle kalligraphischen Abschriften von Qur’an gelten damit als die höchste Form der visuellen Künste. […]
Solche wertvollen Manuskripte aus mehreren Jahrhunderten werden gezeigt und dazu eine Installation des Deutschen Wolfgang Laib, der mit flüchtigem Material wie Blütenstaub arbeitet. Gleich nebenan ist ein portugiesisches Qur’an zu sehen, zusammen mit Lithographien von Pablo Picasso, in denen er auf Texte des Dichters Pierre Reverdy rhythmische Linien und Zeichen gemalt hat.
Ingeborg Wiensowski auf www.spiegel.de, 03.11.2009

„Die Kunst des Islam wird populär. Gewagter Brückenschlag: Die Ausstellung „Taswir – Islamische Bildwelten und Moderne“ im Berliner Gropius-Bau“
Herausgekommen ist eine Ausstellung, die offener, innovativer und ambitionierter gar nicht sein könnte. Zweifellos ist sie ein Experiment, vielschichtig und anspruchsvoll, selten bietet eine Schau so eine Fülle an Assoziationen.
Gabriela Walde in Die Welt, 05.11.2009

„Islamische Bildwelten und Moderne“
Es gibt Ausstellungen, die stilbildend geworden sind, gerade weil sie unklar, und rätselhaft konzipiert waren. „Taswir – islamische Bildwelten und Moderne“ hat das Potential, eine solche Wirkung zu entfalten. denn einerseits hat die Ausstellung, die über zehn Jahre vorbereitet wurde, den enormen Anspruch, eine Art begehbarer Kunstalmanach islamischer Kunst und Weltanschauung zu sein. Andererseits verweigert sich Hauptkuratorin Almuth Bruckstein vom Verein ha’atelier jeder westlich-rationalen Gliederung.
Frank Hessenland auf www.dradio.de, 05.11.2009

Eine sensationelle Ausstellung in Berlin denkt das Verhältnis von Orient und Okzident in ganz neuen Mustern. […] 250 Werke aus der islamischen Welt, von alten Koranen und Miniaturen bis zu politisch und sozial engagierter arabischer Gegenwartskunst – ein weites, kaum zu überbietendes Spektrum. Doch die Ausstellung ist nicht didaktisch und historisch, sondern poetisch und assoziativ, eine Schau der großartigen Schönheit, die die islamische Welt dem Mittelalter hervorgebracht hat.
www.radiobremen.de, 05.11.2009

„Nur eine Prise“
Was islamische Kunst ist und was sie ausmacht, darüber wird seit langem diskutiert. […] Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist eine Ausstellung eröffnet worden, die solche Fragen gebieterisch aufwirft: „Taswir. Islamische Bildwelten und Moderne“. […] Denn die Ausstellung verbindet in jedem ihrer 18 Säle Werke der traditionellen islamischen Kunst, wie das Wort nun gebraucht wird, mit zeitgenössischen Arbeiten.
Stephan Speicher in Süddeutsche Zeitung, 10.11.2009

„Wie modern sind islamisch geprägte Bildwelten?“
Genau dies aber versucht zurzeit eine Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau zu zeigen. Unter dem arabischen Titel „Taswir“ („Bild“) entlarvt sie nicht nur das europäische Gerede vom sogenannten Orient als eine hausgemachte Chimäre, auch unser sicher geglaubter „Moderne“-Begriff wird noch einmal auf seine Richtigkeit hin abgeklopft. Für dieses Vorhaben haben die beiden Ausstellungskuratoren Hendrik Budde und Almuth Bruckstein Coruh einen luftigen wie sinnlichen, zuweilen aber auch recht gewagten Kunstparcours in Szene gesetzt. Das Resultat ist in der Tat erstaunlich.
Ralf Hanselle in Tages-Anzeiger (CH), 11.11.2009

„Picasso und der Koran. Eine Berliner Ausstellung vergegenwärtigt den Dialog zwischen Islam und moderner Kunst“
Es gibt in dieser Ausstellung keine Hierarchisierung von alter und moderner Kunst, von Islam und Westen. Zeiten und Orte verschmelzen in der Gleichzeitigkeit einer transnationalen Betrachtungsweise. Und doch ist nichts beliebig: neue Bezüge ergeben sich, es wird zusammen gesehen, was bisher nur getrennt existierte. das traditionelle „ihr“ und „wir“, das „hier“ und das „dort“ verschmelzen in einer Synthese, die dem Betrachter erst die Augen öffnet. Weiter könnte man von den alten Gefechten der Orientalismus-Debatte nicht sein.
Werner Bloch auf www.nzz.ch, 18.11.2009

„Ich assoziiere dir mal was. Was dürfen Kuratoren mit Kunst machen? In Berlin sucht man den Geist „islamischer Bildwelten“ ganz poetisch“
Zu den Vorzügen dieser Ausstellung gehört es, dass sie mit dem Klischee eines islamischen Bilderverbots aufräumt. Die hier jenseits assoziativer Feinsinnigkeiten umrissene Geschichte der Kalligraphie führt mit Beispielen, die bis in die Gegenwart führen, die Schwellenspiele von Künstlern vor, die, wie Murat Morova, in ihren kalligraphischen Landschaften die Linien erst zu Buchstaben und dann nahtlos zu Figuren werden lassen. So wechselt die Zeichnung wie ein semiotisches Kippbild zwischen figürlicher Präsenz und sprachlicher Repräsentation, das Bild wird Wort und umgekehrt.
Niklas Maak in Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2009

„Strudelnde Bögen, fliegende Punkte. Was unterscheidet eigentlich islamische Bilder von christlichen – und was verbindet sie? Eine Ausstellung in Berlin“
Der westliche Mensch will ja verstehen. Wenn er Schrift sieht, dann möchte er lesen und das Gelesene durchdringen und diskutieren. Dass Schriftzeichen mehr sein könnten als Diener des Sinns, dass sie in der Ausformung einen eigenen Reiz versprühen, eine eigene Botschaft tragen könnten, das scheint dem Westler fremd. Doch in der Berliner Ausstellung erfährt er nun just dieses: wie lebendig, wie berauschend das geschriebene sein kann, auch wenn er kein Wort versteht.
Hanno Rauterberg in Die Zeit, 26.11.2009

„Die prächtige Schau Taswir widerlegt westliche Islam-Klischees“
Die Assoziative Zusammenstellung von Artefakten verschiedenster Herkünfte ist ein kuratorisches Experiment, das mittlerweile recht häufig probiert wird. bei „Taswir“ geht es deshalb so gut auf, weil hinter den wilden Kombinationen sorgfältige Recherchen stehen. Man kann sich kaum entscheiden, was mehr Genuss bringt: die zeitgenössischen Künstler mit islamischen Wurzeln, die selten in solcher Qualität versammelt sind, oder die vielen fein gesponnenen Muster, Verzierungen und Erzählungen aus einer vergangenen Ära.
Elke Buhr in Monopol, Heft 12, Dezember 2009

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